Sachen, die die Welt nicht braucht (Teil 1)

Es gibt Dinge, bei denen frage ich mich: „Was ist dem Erfinder dabei durch den Kopf gegangen?“ – spätestens beim Probelauf mit dem Prototyp sollten Fehler in der Konstruktion erkannt und behoben werden. Ansonsten geht zwar etwas in Serie, von Serienreife kann aber wirklich nicht gesprochen werden.
Ein Paradebeispiel für eine derartige Materialisierung unausgegorener Erfinderbegeisterung ist mein Briefkasten.
p2140131_briefkasten.jpgHier hat der Konstrukteur es tatsächlich geschafft, den Einfüllschlitz breiter zu machen als die Tür, durch die man die täglichen Zustellungen herausnimmt. Herausnehmen ist in diesem Fall ein Euphemismus: Jede Zeitschrift, jeder Briefumschlag, jeder Katalog, der größer als DIN A5 ist, führt zu mühsamem Geprökel bei der Entnahme. Da die Metallkanten dieser bösartigen Kreatur nur nach hinten umgebogen wurden, gehören Hautabschürfungen zur kostenlosen Serviceleistung. Meine Hände sind meistens zerschrammt und meine Postsendungen sehen übel verunfallt aus, da ich sie nur herausbekomme, wenn ich sie erbarmungslos knicke und knautsche.

Aufgrund ihrer Ausstattung (graue Hammerschlaglackierung, mietskasernengeeignet) gehe ich mal davon aus, dass diese Monstren (hängen als Gruppe im Hausflur) gebaut wurden, kurz nachdem man aufgehört hatte, Schriftliches in Stein zu meißeln. Somit hat der „Erfinder“ vermutlich schon das Zeitliche gesegnet. Sollte er es wider Erwarten noch nicht getan haben, bitte ich ihn inständig, die Welt nicht weiter mit derartigem Kram zu triezen. Heute gibt es wirklich sanftere Formen des Handpeelings!

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2 Antworten zu Sachen, die die Welt nicht braucht (Teil 1)

  1. q-senk sagt:

    hallo q-sinchen, da kann ich deiner these nur vöölig zustimmen, kompletter schwachsinn von grösse und form, aber warum haben sie nach dem briefe meisseln noch die lackierung verprügelt????? 😉

  2. Susanne sagt:

    Hallo Q-Senk – na, wenn die Briefe (und die Sprüche!) nicht mehr geklopft werden, muss die überschüssige Energie woanders hin – da wird dann eben der Lack behämmert … 😉
    Ich denke, das Modell wurde nicht nur in so erfreulich friedlichen Wohnvierteln wie dem meinen installiert, und da wollte man vielleicht umherziehenden Vandalen zeigen „Kuckt mal, hat schon beulige Oberfläche, müsst ihr nicht mehr draufhauen.“. Ist quasi eine Schutzmaßnahme: So ein bisschen wie Schrammen- und Rostimitatfolie für Neuwagen wäre oder die Antiklaulackierung in rosa bei einem Fahrrad (hm, Rosa ist ja gerade IN, sicherer ist da wohl doch ein Fahrradschloss).

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