Sendungsbewusstsein …

Eben hatte es geklingelt und in Erwartung der Paketpost öffnete ich die Tür: Draußen standen zwei Frauen. Nein, natürlich hat mir niemand zwei ältere Damen zugeschickt – es waren Zeugen Jehovas. In meiner Wohngegend kommen sie häufiger rum. Ob das jetzt für oder gegen den hiesigen Seelenzustand spricht, wage ich nicht zu sagen. Ich bin, was die Zugehörigkeit zu organisierten Glaubensgemeinschaften angeht, ein hoffnungsloser Fall: Ohne mich.
Dank meiner Erziehung bin ich der Meinung, dass „Glaube“ (allein in diesem Wort schwingt für mich sehr viel Freiwilligkeit mit!) keinem Gruppenzwang unterliegt, sondern wunderbar auch vom Einzelnen betrieben werden kann und zwar genau in der Ausrichtung und Intensität wie es ihm gefällt. Nur weil Kirchen und entsprechende Einrichtungen eine höhere „Antenne“ haben, ist dort m.E. der Kontakt zum Himmlischen nicht zwangsläufig besser als vom stillen Kämmerlein aus. Diese Einstellung führt dazu, dass ich vermeintlich „göttlichem“ Bodenpersonal jeglicher Couleur und seinem Missionarsdrang erstmal verhalten gegenüberstehe.
Bei den Zeugen Jehovas bin ich jedoch immer wieder erstaunt, wie hervorragend sie geschult sind. So nett, höflich, durchaus auch mit Humor ausgestattet und sehr geschickt in der Gesprächsführung – ich bin jedes Mal wieder beeindruckt. Was nichts daran ändert, dass sie bei mir immer unverrichteter Dinge weiterziehen müssen (heute war ich auch noch sehr kurz angebunden, da ich etwas unter Zeitdruck stand). Derart qualifiziertes Personal bei Zeitschriftenwerbern – es würde kaum noch ein Heft im freien Handel verkauft, während sich die Verlage vor Abos kaum retten könnten.

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7 Kommentare zu Sendungsbewusstsein …

  1. Martin sagt:

    Na dann steht der Zukunft im Web ja nichts mehr im Wege. Bin auf die Martha Pfahl nun sehr gespannt ob ihrer wortgewaltigen Quälereien. Na bestandener Mutprobe durch die scharfklingingen Worte und absplitternden Wortsplitter erhoffen wir alle die Rettung durch einen weißen Mann mit einem Messer zwischen den Zähnen der die Buchstabenverstrickungen auch für Männer wie meiner einer verständlich lässt 🙂

  2. geli sagt:

    hääääärzlichen glühstrumpf zunächst zu deinem block 🙂 hats nun doch endlich geklappt. viele gute ideen (wo ist das glühlämpchenzeichen??), aber daran mangelt es ja selten bis nie!

    kommentar: ich kanns nur immer wieder sagen – zitat – wir glauben an die richtigkeit – zitat ende (tabitha, 6 jahre), auf die frage ihrer religionslehrerin, an was sie denn glaube.

  3. Sabine K. sagt:

    Das ist gelebtes Marketing! Aber unabhängig von der Erfolgsquote interessiert mich viel mehr die Frage, warum diese geborenen Verkäufer anscheinend nur die Menschen in der List für bekehrenswert halten ? Bei mir haben diese Beseelten noch nie geklingelt! Spricht das für oder gegen mich? Oder liegt es einfach nur daran, dass ich zu Hausfrauen-Besuchszeiten meistens nicht zuhause bin?

  4. tabitha sagt:

    noch ein blog zum lesen 🙂
    wünsche dir viel spaß beim schreiben und werde hier regelmäßig vorbeischauen 😉
    liebe grüße
    tabbi

  5. Jana sagt:

    Sehr schön : ) Endlich mal wieder ein paar witzsprühende Worte, die einem den tristen Arbeitsalltag versüßen! Danke! Ich freue mich auf Kommendes!!!

  6. Lotte sagt:

    Moin und ostfriesischen Glückwunsch zum Start in die Bloggerwelt. Nu weiß man doch wo man sich am Morgen einen scharfzüngigen Mutmacher für den Tag reintun kann.
    Ich freu mich drauf
    Liebe Grüße Lotte

  7. Pingback: Martha-Pfahl » Blog Archiv » Ein erleuchtetes Schwein

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