Zum einen Ohr rein …

Ich entwickele mich langsam zum „Verhör-Spezialisten“:
Vor ein paar Tagen lief in meinem Fernseher der Trailer zu einer Serie. Natürlich wurde diese Serie auch besungen. Der Refrain lautete in meinen Ohren „(dideldidel) … dann kam die Sahne … (dideldi usw.)“. Schwupps, schon war ausgesungen und ich saß ratlos vor dem TV-Apparat.
Dieser Text machte ja irgendwie gar keinen Sinn, es sei denn, der Trailer wäre für eine Sendung wie „Abgeschöpft“ (Themen aus der Wirtschaft) oder „Rührselig“ (neue Fernsehköcheleien).
Ich nahm mir vor, die nächste Werbeeinblendung aufmerksamer zu verfolgen. Wie nicht anders zu erwarten, verging nicht viel Zeit mit Filmware und es wurde wieder eigenwerblich gesungen. Da ich diesmal angestrengter hinhörte und auch zuschaute, erschloss sich mir der tatsächliche Wortlaut „… dann kam die Sonne …“. Aha, das machte inhaltlich durchaus mehr Sinn.

Habe ich einen Knick im Gehörgang oder ist ein „O“ womöglich schwieriger zu singen als ein „A“?
Bislang habe ich noch kein derartiges Hörproblem bei mir feststellen können. Sowohl das köstliche „ottos mops trotzt“ (bis er kotzt) von Ernst Jandl als das nicht minder begeisternde „Otto holt große rote Rosen“ von Loriot gingen problemlos durch bis zum Hirn – wo dann große Begeisterung in der Sprachregion, Abteilung Humor, erzeugt wurde.

Letztlich habe ich jedoch festgestellt, dass ich nicht zur Zielgruppe der Fernsehserie zähle (puuhh, da bin ich schon froh), was also den Kontakt mit meinem „Verhörkandidaten“ auf zufällige Werbebeschallung beschränkt. Sorgen um mein Hör(un)vermögen wurden damit erstmal vertagt.

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Ein Kommentar zu Zum einen Ohr rein …

  1. Herr L. sagt:

    Ich bin auch schon Opfer eines Verhörs geworden, es war sogar die gleiche Abteilung. Zunächst dachte ich, dass der Song von Rosenstolz am Frühstückstisch spielt. Die Aufforderung „Gib mir die Sahne!“ passt doch recht gut in diese Situation, oder? Aber hier ging’s wohl auch um die Sonne.

    Auf jeden Fall sind diese Verhörer authentischer als die sogenannten „Agathe-Bauer“- oder „Oma fiel ins Klo“-Songs eines privaten niedersächsischen Formatradio-Senders.

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