Archiv der Kategorie ‘Be-Merkwürdiges‘

Vom Kinderspiel zum Automobil

Freitag, den 12. Oktober 2007

Kürzlich fühlte ich mich an meine Kinderzeit erinnert:
Damals gab es Bilderbücher, mit denen man “neue” Tiere kreieren konnte. Der Trick bestand darin, dass alle Buchseiten waagerecht in der Mitte geteilt waren. Die Tiere waren so gezeichnet, dass sie an der Schnittstelle dieselbe Breite hatten. So konnte man schöpferisch tätig werden und bspw. an ein gelb-braunes Giraffenoberteil ein graues Elefantenunterteil blättern. Fertig war der “Gira-fant”.

Naturwissenschaftlich interessierte Kinder haben nach intensiver Lektüre vermutlich früh verkündet, Evolutionsforscher o.ä. werden zu wollen. Andere kleine Menschen haben -unabhängig von ihrem Büchlein- beschlossen, Namenserfinder für Autos zu werden. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist der “TIGUAN” (anscheinend hat das Buch Spätwirkungen).

Ich hatte nur den Namen auf dem Titel der Autozeitung eines Freundes gelesen und blätterte voller Vorfreude zum bebilderten Artikel. Was für eine unglaubliche Enttäuschung … Das Modell hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit einer Kreuzung aus “Tiger” und “Leguan”.

Auch in der Farbgestaltung wurde meine kindheitsgeprägte Erwartungshaltung nicht befriedigt. Nicht einmal annähernd. Oder gibt es die Auskleidung des Kofferraums mit Teppich im Tigerstreifen-Dessin (konnte man auf dem Bild leider nicht sehen)?!

Und versucht mir jetzt nicht unterzujubeln, dass der Tiger in den Tank gepackt wurde … Wo ist denn bitte der Leguan geblieben?

Mund auf, Ohren zu?

Mittwoch, den 10. Oktober 2007

Heute habe ich im Radio gehört, dass der Rat der Stadt Moskau in Erwägung zieht, bei Konzerten Playback zu verbieten. Zumindest bei Veranstaltungen, die von der Kommune mitfinanziert werden, sollen die Künstler nicht nur den Mund auf und zu machen (möglichst lippensynchron zur Bandeinspielung), sondern tatsächlich singen.

Ich stelle mir so was gerade auf westlichen Bühnen vor – und spekuliere, dass eine derartige Regelung einige Künstler in die Bredouille brächte. Vielleicht aber auch nur das Publikum …
Die Fähigkeit, ein Hörerlebnis der Sonderklasse zu bieten (in positivem Sinne!), während man eine Bühnenshow veranstaltet, die einem lauf-, hops- und zappeltechnische Höchstleistungen abverlangt, ist sicherlich nur wenigen Künstlern gegeben.

Angeblich war in Moskau auch überlegt worden, einen Verstoß gegen die Auflage mit Haftstrafe zu belegen. Davon ist man wohl wieder abgerückt. Die Zeit wird zeigen, ob man die Haftstrafe dann doch eher für die, die live singen, verhängen sollte.

Kann ich das bitte nochmal hören?!?

Samstag, den 22. September 2007

Vor ein paar Tagen hatte ich eine der merkwürdigen “Was du eben verstanden hast, wurde nicht gesagt.”-Situationen. Sowas passiert mir manchmal. Dann höre ich offenbar nur das, was ich hören will.

Die anfänglich genannte Situation entstand während einer morgendlichen Nachrichtensendung auf meinem Lieblingskultursender. Ich stand noch leicht träumend vor der Kaffeemaschine als mein Radio plötzlich verkündete: “… der Unsicherheitsrat …”.
Ich merkte richtig, wie meine Ohren sich in Richtung Schallwellen drehten: Der was bitte? So eine Institution gibt es? In was für einer Welt lebe ich eigentlich? – Während diese Fragen durch meinen Kopf polterten, sprach der Nachrichtensprecher weiter und ich (jetzt hellwach und ganz gespannte Aufmerksamkeit) bekam zwei Sätze später des Rätsels Lösung.
Es hieß nicht der “Unsicherheitsrat”, sondern der “UN-Sicherheitsrat”. Entweder war es zu kurz gesprochen oder zu kurz gehört. Mein wankendes Weltbild stand wieder still.

Beim Kaffee überlegte ich, dass es wohl nur im deutschsprachigen Raum zu derart sinnverändernden Formulierungen kommen kann. Wir mit unserer Vorsilbe “Un” – da sind Missverständnisse doch an der (internationalen) Tagesordnung.

Vielleicht sollte im hiesigen Sprachgebiet nur vom “Sicherheitsrat der Vereinten Nationen” oder dem “Welt-Sicherheitsrat” o.ä. gesprochen werden. Andererseits finde ich die neue Bezeichnung auch nicht völlig abwegig in ihrer Bedeutung … Wer weiß, welcher unterbewusste Eindruck da zum Vater des Missverständnisses wurde.

Früher Vogel … hängt vorm Bildschirm?!

Dienstag, den 14. August 2007

Das Thema “fernsehen” beschäftigt mich schon wieder:
Ich bin ja nicht mehr so furchtbar dicht an der Jugend – weder an meiner eigenen noch an der anderer. Deshalb bin ich auch nicht mehr so vertraut mit den Fernsehgewohnheiten junger Menschen. Was sehen sie zu welcher Zeit?!
Als ich am Samstag in meiner Fernsehzeitung stöberte, war ich jedenfalls nicht schlecht erstaunt, als ich im Ersten einen Film mit dem Titel „Mein Freund Joe“ entdeckte. Eine Geschichte um 12-jährige Kinder, ausgewiesen als „Jugendabenteuer, FSK: 6 Jahre“ – nein, das alles hat mich noch nicht überrascht, die Sendezeit war es, die mich stutzen ließ: 2:35 Uhr.
Ich weiß, es war ein Samstag (bzw. ein extrem früher Sonntag) und außerdem ist Ferienzeit – aber haben sich die Wachzeiten von Kindern bereits derart verlagert? Beunruhigt hat mich auch die Vorstellung, dass die sensiblen Seelen fernsehmäßig auf dem Wege zu „ihrem“ Programm noch Western und Actionfilmen mit FSK: 16 ausgesetzt waren – oder auch „Straße der Lieder“ …
Vielleicht ist aber mittlerweile die Zeit, zu der diese Sendungen liefen, die aktuelle Schlafenszeit der Heranwachsenden? Gibt es womöglich eine präpubertäre Bettflucht? Treffen sich nachtaktive Großeltern und Enkelkinder vor dem Puschenkino? Haben wir es mit einer Generationen übergreifenden Verschiebung des Wachrhythmus’ zu tun?
Am Montag las ich dann im druckfrischen Spiegel einen Artikel über die Programmplanung des ZDF: Ab 2008 will man mittwochs die „… Unterhaltungsstrecke ab 20:15 Uhr ausdehnen, um so junges Publikum zu erreichen …“.
Die ARD hat dieses Vorgehen kritisiert, da man wohl den Verlust von Marktanteilen befürchtet. War die Ausstrahlung eines Jugendabenteuers um 2:35 ein Test, um die eigene Programmgestaltung zu überprüfen und herauszufinden, ob die Quote bei jugendlichen Zuschauern durch Verlagerung der Sendetermine in die Nacht gesteigert werden kann?! Fragen über Fragen.
Und alles nur, weil ich wissen wollte, ob am Samstag ein sehenswerter Film kommt …

Ganz Deutschland fiebert mit …

Dienstag, den 7. August 2007

Wenn man der Werbung eines privaten Fernsehsenders glauben darf, lebt diese Republik in einem erwartungsvollen Fieberwahn. Der Erreger des angeblichen Fiebers soll eine Sendung namens „Gülcans Traumhochzeit“ sein: Kriegen sie sich, kriegen sie sich vorher in die Haare, lassen sie es dann doch bleiben? „Sie“ sind ein junges Pärchen, deren vom Sender kommunizierte Wichtigkeit sich nur „Prominenz“-ignoranten Menschen wie mir nicht erschließt. Denn: Nach der inbrünstigen Vortragsweise in der Eigenwerbung, gibt es für die Bewohner dieses Landes anscheinend nichts, was es auch nur annähernd an Wichtigkeit mit besagter Verehelichung auf sich nehmen kann.
Mein Wissen speist sich aus der in o.g. Werbetrailern abgespulten abgespielten Kollektion an Bild- und Tondokumenten. Und die hat mich nun wirklich nicht in fiebrige Erwartung versetzt (es sei denn, dass meine Hoffnung auf ein möglichst schnelles Vorüberziehen der Einblendung auch zählt). Und damit sind wir bei meinem eigentlichen Problem, der unberechtigten Vereinnahmung meiner Person: „Ganz Deutschland fiebert mit …“ Frei nach „Asterix & Obelix“ kann ich da nur sagen „Ganz Deutschland?“
NEIN, nicht ganz Deutschland fieberwahnt in diesem Zusammenhang vor sich hin. Nach einer Umfrage im Kreise meiner Lieben kann ich versichern, dass keiner der Befragten auch nur eine im Zehntelbereich befindliche Temperaturerhöhung „erlitten“ hat, vor lauter Anspannung, das Finale dieser Doku zu sehen. Um genau zu sein: Die meisten wussten nicht mal, wovon ich spreche. Die waren offenbar nicht mal in die Nähe des Fiebererzeugers gekommen!
Ich würde es also begrüßen, wenn alle Fernseh- und Radiosender, sowie sonstige Meinungsbildner, künftig die vermutlich aus diffusen Allmachtsfantasien genährten Formulierungen „Ganz Deutschland/Niedersachsen/Hannover …“ mit dem Zusatz „Mit Ausnahme von Frau H. aus H. … (und ggf. weiteren Ausnahmen)“ versehen. Es sei denn, man hat tatsächlich die Zustimmung von allen „ganz Irgendwo“-Bewohnern. Was mir im Zusammenhang mit Sendungen in der Art der o.g. Dokureihe doch eher unwahrscheinlich erscheint.

Leinen los …

Sonntag, den 15. Juli 2007

Bügel-Enthusiasten und Menschen, deren Kleidung fremdgeglättet wird (die Glücklichen!), greifen ohne Bedenken ganzjährig zum Leinenstöffchen, alle anderen meist nur in der warmen Jahreszeit, wenn man gern etwas Kühles auf der Haut hat.
Denn: Leinen lässt sich nur unter massivem Körpereinsatz faltenfrei bekommen. Und kaum hat man das mühsamst planierte Kleidungsstück angezogen, sieht das undankbare Teil aus, als hätte es sein Lebtag noch nie unter einem Bügeleisen gelegen!
Dann kommt von irgendjemandem der unvermeidliche und auch nicht wirklich tröstende Satz, der für mich aber DAS Beispiel für erstklassiges Marketing ist: „Leinen knittert edel.“
Wem auch immer dieser Spruch zuerst in den Sinn und dann über die Lippen kam, sie/er hat es geschafft, denn mit diesem Satz wird einem ein absoluter Produktnachteil auch noch als besonderes Qualitätsmerkmal verkauft!
Verblüffend. Noch verblüffender finde ich aber das beifällige Nicken sogar von Leuten, die sonst unter die Rubrik „kritische Konsumenten, nicht veräppelbar“ fallen.
Das muss man erstmal toppen …

“Märchenhaftes” aus Berlin

Samstag, den 7. Juli 2007

Es war einmal (und ist auch noch) eine Deutsche Rentenversicherung, die beglückt einmal im Jahr das von ihr liebevoll umsorgte Volk mit einem wunderbaren Brief.
Überschrieben ist dieser Brief mit „Ihre Renteninformation“. Der interessierte Leser erhält hier in übersichtlicher Form die Grundlagen der Rentenberechnung aufgeschlüsselt – z.B. wie sich die so genannten Entgeltpunkte errechnen, die die Basis bilden für die spätere Umsetzung in bare Münze. Als kleinen Ansporn erfährt man auch, wie viel der Durchschnittsversicherte verdient.
Schwarz auf weiß steht dort, in welcher Höhe Beiträge auf dem Rentenkonto eingegangen sind (groooße Zahl) und mit welcher Rente man nach heutigem Kontostand rechnen kann (kleiiiine Zahl). Außerdem wird errechnet, wie sich die Rente entwickeln wird, wenn man weiterhin Beiträge im Durchschnitt der letzten fünf Jahre einzahlt (mittelgroße Zahl).
Meine Lieblingsstelle in der Geschichte ist aber das Kapitel „Rentenanpassung“. Dort heißt es „Aufgrund zukünftiger Rentenanpassungen kann die errechnete Rente in Höhe von XYZ tatsächlich höher ausfallen.“ – der Leser wird in freudige Erwartung versetzt. Der Dämpfer kommt jedoch gleich in der nächsten Passage „Allerdings können auch wir die Entwicklung nicht vorhersehen. Deshalb haben wir – ohne Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes – zwei mögliche Varianten für Sie gerechnet.“ Die Spannung im Publikum wird quasi greifbar, und richtig, jetzt kommt das wirklich Märchenhafte: „Beträgt der jährliche Anpassungssatz 1%, so ergäbe sich eine monatliche Rente von etwa XYZ. Bei einem jährlichen Anpassungssatz von 2% ergäbe sich …“ Aus mir unbekannten Gründen hört der Brief nicht mit dem Märchenklassiker auf „… leben Sie glücklich bis ans Ende Ihrer Tage!“.
Seit Jahren geht das nun schon so mit „wir haben zwei mögliche Varianten für Sie gerechnet.“ Eigentlich wäre es doch in diesem Jahr eher an der Zeit gewesen, rein zu schreiben „Seit drei Jahren gab es keine Rentenerhöhung, aber in diesem Jahr überhäufen wir die Rentner mit sage und schreibe 0,54% mehr an Rente. Für Ihre zukünftige Rente bedeutet das die exorbitante Erhöhung um XYZ.“ (winzige Zahl). Ich erwarte ja nicht einmal, dass in diesem Brief drinsteht, dass den Rentnern die Erhöhung durch diverse Tricks und Kniffe von anderer Seite mehr als wieder abgeknöpft wird. Aber vor dem Hintergrund der tatsächlichen Rentenentwicklung sollte die Deutsche Rentenversicherung diese absolut illusorische Schönrechnerei einfach weglassen. Ich empfinde es mittlerweile als niederschmetternd, was man in Berlin von meiner Intelligenz hält.
Von meinen Eltern habe ich übrigens erfahren, dass sie – unabhängig von der tatsächlichen Minusentwicklung – ein Fass aufmachen und die Rentenerhöhung mit einer zünftigen Party feiern werden. Allein die Tatsache, dass nach drei Jahren keine Nullrunde gefahren wurde, hat sie schlichtweg überwältigt und sie wollen dem „Gott“ der Rentenerhöhung ein Trankopfer darbieten. Na, dann man Prost!

Winziggroß oder riesigklein

Sonntag, den 1. Juli 2007

DownunderMein Fernsehgerät ist ungefähr 11 Jahre alt. Eine dicke schwarze Kiste mit einem einzigen Lautsprecher. Die Bildschirmdiagonale beträgt 53 cm – das wurde damals noch in Zentimetern gemessen, nach der Bildschirmmessungsreform schreibt man jetzt aber wohl besser 21 Zoll.
Technikfreunde, die behutsam versucht haben, mir den Erwerb eines der neuen hyperflachen Geräte nahe zu bringen, lassen meist von diesem Unterfangen ab, wenn sie meine Antwort-Frage hören: „Bekomme ich mit einem tollen Fernseher auch ein besseres Programm? Oder soll die neue bild- und tontechnische Brillanz einfach nur über die alten inhaltlichen Schwächen hinweghelfen … zu einem flachen Programm gehört auch ein flacher Bildschirm?“
Wobei mich das schnell noch vorgebrachte Argument „Für DVDs ist so ein neues Gerät aber wirklich spitzenmäßig! Diese Bildbrillanz – unglaublich!“ doch trifft, denn es stimmt ja schon. Und ich weiß, dass mein Kasten da schwächelt. Dabei liebe ich es, DVDs anzusehen – nicht nur, weil ich hier über die Inhalte selbst entscheiden kann, ich kann auch über Pausenzeiten bestimmen (ich brauche garantiert keine 3 Stück pro Stunde und 2 Minuten vor Schluss sind sie auch absolut entbehrlich)!
Eine besonders ungeliebte Hausarbeit könnte ich bspw. gar nicht erledigen ohne Puschenkino: Bügeln. Ich könnte meine Sachen eher ohne Bügeleisen glätten, aber ganz bestimmt nicht ohne Fernseher.
Andererseits habe ich nur ein kleines Wohnzimmer und einen Fernseh-Bildschirm mit Ausmaßen, die der Tischplattengröße meines Schreibtischs entsprechen, fände ich eindeutig zu dominierend. Egal, wie platt und brillant besagter Fernseher ist.
Und überhaupt: Das Argument der erstklassigen Bildqualität wird von vielen seiner eigenen Erbringer torpediert und erfolgreich versenkt, wenn sie mir voller Stolz ihr Handy vorführen, mit dem man natürlich auch bewegte Bilder sehen kann: Bei ihrem Mobilfon-Screen spielt es keine Rolle, dass die dort herumhuschenden menschlichen Kleinstlebewesen im wahren Leben ca. 175 cm groß sind – die Telefoneigentümer schwärmen auch hier von der Brillanz.
Unerklärlicherweise müssen die Bildschirmlinge aber, sowie es um ein Wohnzimmer geht, eine Bühne bekommen, auf der sie mindestens im Maßstab 1:3 auftreten können, um brillant zu sein.

„An Gleis 39 wird für Sie bereitgestellt …“

Samstag, den 23. Juni 2007

Sie ist im sonnigen Kalifornien gelandet – die Raumfähre „Atlantis“. Mit ihr sind auch sieben Astronauten wieder sicher auf die Erde zurückgekehrt. Meine Begeisterung für dieses Unterfangen hat weniger mit den technischen oder menschlichen Leistungen zu tun. Mich entzückt in diesem Zusammenhang vielmehr die deutsche Sprache.
Wo auch immer etwas in den Weltraum befördert wird, geschieht das im Amerikanischen meistens von einem „Space Center“ aus. Erst bei der Synonymejagd für längere Artikel taucht auch schon mal „Space Station“ auf.
Im Deutschen heißt es seltener „Raumfahrtzentrum“. Wir haben meist die Direktübersetzung in „Weltraumbahnhof“. Was mich gedanklich stolpern lässt: „Bahn“?! In meinem Kopfkino sehe ich förmlich einen Regionalexpress mit dem relativ nahen Ziel „Mond“ bzw. bei Flügen zum Mars einen IPE (Inter-Planet-Express) vor mir – und zum Saturn gibt es eine Ringlinie.
“Weltraumbahnhof“ klingt einerseits galaktisch modern (ohne protzig zu sein) und andererseits beruhigend vertraut (nein, nicht nur wegen der häufigen Verspätungen beim Start …).
Frage am Rande: Gilt meine Bahncard auch im IPE?!

“Antworten auf ALLE Ihre Fragen …”

Mittwoch, den 20. Juni 2007

Genau so steht es in der Betreffzeile, eines Newsletters, den ich gestern erhielt. Nun wissen wir ja seit Douglas Adams, dass die ultimative Antwort „42“ ist, aber bis zur Antwort auf die letzte aller Fragen gibt es natürlich noch so einige andere Fragen, die ihrer Beantwortung harren. Deshalb habe ich gleich neugierig nachgeguckt, wie ich an diese Antworten herankommen kann.
Leider gibt es im Newsletter dann gleich die Einschränkung „Gute Fragen? Hilfreiche Antworten!“ – pffft, von „gut“ steht nichts in der Betreffzeile und „gut“ nach welchen Maßstäben?
FrageDa wird zum Beispiel die Frage gestellt „Wie heißt der Flughafen von Lissabon?“. Eine Frage, die man umgehend und kompetent beantwortet bekommt, wenn man „Flughafen Lissabon“ bei seiner Lieblingssuchmaschine eingibt.
Anscheinend geht es doch eher nach dem Motto „Jede Frage ist eine gute Frage.“ – womit man dann ja auch wieder völlig eins mit der Betreffzeile des Newsletters ist.
Neben der Lösungssuche zum drängenden Problem, weshalb einem der Bus immer vor der Nase wegfährt, wird auch gefragt „Welche Defizite hat unsere Demokratie?“. Also eine bunte Mischung. Ich werde mal die Antworten auf ihren Unterhaltungs- bzw. Nährwert durchstöbern (ich liebe Antworten, die beides haben).
Da ich meist eine schnelle Antwort auf eine Frage haben will, hat sich allerdings mein System des direkten Weges bewährt. Dieses System führt dazu, dass ich häufig Familie und Freunde zu Rate ziehe und mich dabei ab und an auch bis auf die Knochen blamiere („Weshalb haben wir dich eigentlich so lange zur Schule geschickt? Du bist doch auch hingegangen, oder?“). Nichtsdestotrotz hat es sich als sehr brauchbar erwiesen. Wie sonst bekommt man schnellstens lebensnahe Antworten auf oberwichtige Fragen wie
„Muss der Deckel beim Kochen von Blumenkohl auf den Topf oder nicht?“ oder
„Was muss ich tun, damit mein W-LAN-Anschluss nicht von anderen genutzt werden kann?“ oder
„Gibt es irgendwie so ein Schnuppelstück, mit dem man den dicken Wasserauslauf der Badarmatur mit dem schmalen Duschschlauch verbinden kann?“ usw. Die Problemlöser werden mir dann noch mit herzerfrischender Spöttelei serviert. Köstlich. – Welches Forum kann da schon mithalten?!