Archiv der Kategorie ‘Hannover‘

Schlaflos in der Umweltzone

Montag, den 7. Januar 2008

Als ich letzte Nacht nicht so schnell einschlafen konnte wie sonst (Kopf kommt unter 45 Grad Winkel, Augen schließen sich, Probandin schläft), kam mir ein Verdacht, der mich noch munterer machte:
Darf das Sandmännchen hier eigentlich noch seinem Gewerbe nachgehen?

Ich bin mir sicher, dass seine diversen Fortbewegungsmittel alle die grüne Plakette haben. Aber was ist mit diesem glimmerigen Schlafstaub (ich möchte hier nicht von „jemandem Sand in die Augen streuen“ reden …), der im Fernsehen aussieht wie die Beamerei der frühen Raumschiff Enterprise-Folgen. Fällt der unter Feinstaub und darf womöglich nicht mehr verstreuselt werden?!

Ich hoffe, die Verantwortlichen drücken ein Auge zu, damit ich nächtens wieder beide Augen zumachen kann …

Schneeflöckchen in der Umweltzone …

Mittwoch, den 2. Januar 2008

Heute Nacht hatte es geschneit, so dass morgens eine zarte Schneedecke auf Autos und Bäumen lag. Genau die richtige Menge zum Schönfinden. Ein derartiges Ereignis gab es auch kurz vor Weihnachten 2007: Erstaunlicherweise war der Schnee nur stellenweise in Hannover gefallen, die Innenstadt war bspw. gänzlich unverschneit. Diese partielle Schneeeinstäubung wurde mit dem Begriff „Industrieschnee“ erklärt.

„Industrieschnee“ – das hört sich an, als wäre es so ein klebriges Schnee-Imitat aus der Sprühdose, mit dem Fensterscheiben und künstliche Tannen auf Weihnachten getrimmt werden können oder etwas, das zielgenau per Schneekanone verrieselt wird, um weihnachtliche Stimmung zu erzeugen oder -in größeren Mengen- für Skifahr-Bedingungen zu sorgen. Es klingt sehr nach „Wasch dir die Hände, du hast Industrieschnee angefasst.“.

Ich habe aber auch erfahren, wie Industrieschnee entsteht: Bei entsprechender Wetterlage (Inversion? Infusion? Inspektion?) kuscheln sich Wasserdampf und feine Staubpartikel in nicht allzu großer Höhe zusammen. Gemeinsam (ge-)frieren sie dann zu feinkörnigem Schnee und gehen zu Boden. Ich weiß, das ist sehr laienhaft formuliert, aber ich bin ja auch kein Wetterfrosch. Ich habe nicht mal eine Leiter in meinem Weckglas.

Was mich aufhorchen ließ, war „Staubpartikel“. Seit gestern wohne ich in einer der ersten Umweltzonen dieser Republik (klingt schon fast wie Luftkurort). Das heißt: Zukünftig kann es hier keinen Industrieschnee mehr geben. Wir haben nämlich keinen Schwebeschmuddel mehr, der mit Wasserdampf rumfraternisiert, um Winterillusionen zu erzeugen. Wenn es hier also wie heute schneit, dann ist das guter echter Frau Holle-Schnee. Die Bewohner der List sind keine Schnee-Fälscher. Haben wir nicht nötig!

Was Fußball mit Ruderbooten zu tun hat

Samstag, den 17. November 2007

In der HAZ habe ich einen Text zum heutigen Länderspiel gegen Zypern gelesen, der mich etwas ins Grübeln brachte. Zu dem Bild des sportlich mit einem herzlichen “Welcome Cyprus” illuminierten neuen Rathauses war zu lesen, dass die Gäste aus Zypern dieses Gebäude samt Lichtinstallation von ihrem Hotel aus gar nicht sehen können, auch die deutsche Mannschaft kann sich aus Unterbringungsgründen nicht daran erfreuen, denn: In dem Hotel, das gegenüber dem Rathaus steht und somit echte Logenplätze bietet, ist die Delegation des DFB untergebracht.

Ich hätte es ja als nette Geste empfunden, wenn die Gäste den Willkommensgruß von ihren Zimmerfenstern aus hätten sehen können. Da sie aber in einem ebenfalls namhaften Hotel untergebracht sind, vermissen sie den Ausblick womöglich gar nicht so sonderlich.

Dann kam für mich jedoch der echte Knaller im Text: Besagtes “Gegenübervomrathaus”-Hotel hält 150(!!) Zimmer für die DFBler bereit.

Empfinde nur ich dieses Mengenverhältnis “Spielerzahl:DFB-Delegierte” als ungewöhnlich? Selbst wenn ich die Ersatzleute und Betreuer als Spieler mitrechne, kommt es mir vor, als wäre beim Rudern (um zumindest im sportlichen Bild zu bleiben) die Besetzung eines Achters mit Steuermann in einen Einer mit acht Steuermännern geändert worden.

Oder ziehen DFB-Delegierte nächtens mehrfach von einem Zimmer ins andere um und der versierte Hotelier hält deshalb immer einen Schwung freie Zimmer vor?

Als Unsportlerin fehlt mir offenbar Grundlagenwissen …

Mein Leben auf der Bohrinsel

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Vor einigen Wochen habe ich unter Schmerzen erfahren, dass die Wohnung über meiner renoviert wird: Als ich morgens im Badezimmer stand und meine Wimpern bepinselte, donnerte direkt über mir eine Schlagbohrmaschine los – ich zuckte zusammen und stach mir die Mascarabürste ins Auge. Für kurze Zeit habe ich im wahrsten Sinne des Wortes schwarz gesehen. Jetzt ahne ich, wo der Spruch „Wer schön sein will, muss leiden.“ herkommt. Ist vermutlich die geheime Parole der Handwerkskammer.

Seit diesem Tag bin ich Ohrenzeugin des Aufschwungs im Bauhandwerk: Ab ca. 7:30 Uhr läuft die Beschallungsmaschinerie an. Die ersten Tage mit ganz viel Rumgebohre und Abgestemme. Diese massiv destruktive Phase scheint aber mittlerweile abgeschlossen – wahrscheinlich weil bis auf die tragenden Wände alles perforiert und rausoperiert worden ist.
Entfernt wurde u.a. auch die Heizung. Was dazu führte, dass ich eine Erscheinung hatte: Ein feuchter Fleck zeigte sich an meiner Wohnzimmerdecke. Ich fürchte, er wird sich nicht zusammen mit den Handwerkern verziehen, sondern sich nur durch Pinselvoodoo vertreiben lassen.

Ich habe schon den Eindruck, als wenn die Renovierung eine leicht okkult angehauchte Veranstaltung ist. Woher z.B. wissen die Handwerker immer so genau, in welchem Zimmer ich mich gerade aufhalte?! Genau dort wird dann, eine Etage höher, rumgekraspelt.

Und fleißig wie die Profibastler sind, nutzen sie selbstverständlich auch noch den 6. Werktag der Woche zur Wohnraumverbesserung: Pünktlich um 7:30 Uhr hörte ich Samstag Kratz- und Schabegeräusche aus dem Zimmer über meinem Schlafzimmer. Als ich nach gut einer halben Stunde entnervt ins Bad zockelte, ging es dort weiter. Ich bin sicher, dass sie ihre Pause genau in der Zeit gemacht haben, die ich beim Bäcker war, denn als ich mich an den Kaffeetisch setzte, lief der „Lärmgenerator“ über meiner Küche an. Wie löblich. Wie nervig. Gegen ca. 17:30 Uhr war wohl jede Diele mit Hunderten von Nägeln an ihren Platz gebracht und mittels einer dröhnenden Schleifmaschine von Dachlattenstärke auf gängige Dielenhöhe geschrummelt worden.

Wie ich im Internet erfahren konnte, darf an allen Werktagen bis 20:00 Uhr die Umgebung akustisch teilhaben an Renovierungen – so gesehen, bin ich eigentlich noch fein weggekommen …

Hannover und das gesunde Leben

Montag, den 27. August 2007

Ich bin begeisterte Hannoveranerin – das mag vielleicht nicht immer so gefühlsgewaltig rüberkommen, aber die meisten Hannoveraner, die ich kenne, pflegen im Ausdruck ihrer Emotionen auch eher eine zurückhaltendere Art und Weise, als man sie vielleicht aus anderen Gegenden dieser Republik kennt.
Für Auswärtige und andere Nicht-Kundige: Wenn wir bei einem Konzert rhythmisch mit dem Fuß wippen, stehen wir innerlich quasi begeisternd jubelnd auf den Stühlen. Kommt noch ein angedeutetes Hüftschwingen dazu, sind wir tief in unserem Innersten der Ekstase nahe.
Auch bei umgekehrter Gefühlslage neigen wir hier nicht gleich zu vulkanartigen Gefühlausbrüchen.
Ich kann aber versichern, dass ich letzte Woche reichlich empört war: Mittwoch konnte ich in meiner Tageszeitung lesen, dass Hannover nach der Studie „Wo ist Deutschland am gesündesten“ der Zeitschrift „healthy living“ (ja, das gute alte deutsche „healthy living“) nur im Mittelfeld landet (Platz 54 in einer Reihe von 81). Das ist zwar nicht doll, aber noch kein Grund für eine ausgewachsene Empörung. Die kam erst, nachdem ich gelesen hatte, was denn zu dieser Bewertung führte. So richtig reingerissen wurden wir u.a. in den Positionen „Freizeit und Beziehungen“, „Medizinische Versorgung“ und „Umwelt, wohnen und Erholung“ – mehr als die Schulnote 5 war da nicht drin.
Und so eine miese Bewertung mag ich nicht glauben, wenn es um „meine“ Stadt geht. Von offizieller Seite wurden auch umgehend mehr als geringe Zweifel an der Aussagekraft der zugrunde liegenden Werte angemeldet.
Im Freundeskreis (auch alles eingefleischte H-Fans) wurde natürlich gegrübelt, wie es zu diesen Bewertungen kommen konnte. War es womöglich durch versehentliches Zeilen- und Spaltenhopsen zu einer Art „Kreuzbewertung“ gekommen? Wir konnten uns das Ergebnis der Studie nur so erklären.
Eine derartige Vermengung der Parameter zur medizinischen Versorgung mit bspw. denen der Grünflächenausstattung kann dann ratzfatz zu einer absoluten orthopädischen Unterversorgung in den Herrenhäuser Gärten führen. Auch die Eilenriede ist sicherlich nicht gerade ein Zentrum für zahnärztliche Behandlungen, von den geringen Fällen augenärztlicher Untersuchungen am Maschsee ganz zu schweigen.
Bei solch einer Auswertung wird es dann aber auch niemanden wundern, dass der Freizeitwert der städtischen Krankenhäuser nicht sonderlich üppig ist.

Wie so oft zeigt sich, dass an der Winston Churchill zugeschriebenen Aussage „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“ doch was dran ist. Naja, muss ja nicht „gefälscht“ sein, „interpretiert“ reicht auch …
Und schon hat mich die hannöversche Gelassenheit wieder.

Vorbei mit der Mohn-otonie

Montag, den 4. Juni 2007

Ich esse von Brötchen am liebsten die Unterteile, zumindest wenn sie als halbes Brötchen erscheinen. Bei Klappbrötchen bin ich nicht so wählerisch.
Frühstücksmäßig führe ich also das Leben eines Eigenbrötlers. „Du willst wirklich das Oberteil gegen das Unterteil tauschen?“ Zusammen mit dieser Frage bekomme ich von meinen Mitfrühstückern immer einen Blick zugeworfen, als hätte ich meinen Tauschwunsch in einem Bekleidungsgeschäft vorgetragen und anscheinend beschlossen, fortan den Pullover als Hose zu tragen.
Ihr Befremden hindert Tausch-Neulinge nicht daran, mir ein dünnes Brötchen-Unterteil zu geben, um dann mein noch mit fluffiger „Brötchenseele“ gefülltes Oberteil in Empfang zu nehmen. Familie und Freunde schneiden ihre Brötchen gerechter durch! Den Anfängern muss ich auch noch erklären, weshalb ich lieber die unbemohnte, unbekürbiskernte oder sonst wie unbestreuselte untere Hälfte esse, als die üppig garnierte obere.
Es hat nichts mit der Garnitur zu tun, es ist eine Frage der Stabilität:
Unterteile liegen flach auf dem Teller, aufgestrichener Honig bleibt gleichmäßig verteilt, selbst wenn ich das Brötchen nicht umgehend einsauge. Oberteile schaukeln, sind ewig schief. Erst eiern sie beim Bestreichen rum, dann läuft alles unterhalb der Konsistenz von Leberwurst in irgendeine Ecke. Doof.
Und dann noch das Abbbeißen: Das Standardbrötchen hat ja so eine hübsche Kerbe in der Mitte. Manchmal ist sie aber so tief, dass die beiden Hälften der Hälfte (also insgesamt zwei Viertel, wenn ich richtig gerechnet habe) im Moment des Zubeißens zusammenklappen. Auch doof.
Das mir Unangenehme ist also nicht die Bestreuselung des Brötchens. DIE hätte ich auch sehr gerne. Ich verzichte lediglich aufgrund der o.g. „Konstruktionsmängel“ auf diese leckeren Zutaten. Nun haben viele Bäcker angefangen, Kerne auch in den Teig einzurühren, ich bekomme also zumindest eine verweichlichte Körner-Anmutung – leider ohne den leckeren Knusperbackgeschmack, aber immerhin. Nur: Bei meinen Lieblingsbrötchen (Mohn) macht das keiner!
Aber seit kurzem weiß ich, wo auch Sonderlinge wie ich berücksichtigt werden. Ich habe hier in Hannover eine Bäckerei (mit mehreren Filialen) entdeckt, bei der es rundum bemohnte Brötchen gibt. Hurra! Vorbei die Zeiten des Verzichts. Wenn Mohn, dann Vollmohn.

Am Tag als der Regen kam …

Montag, den 28. Mai 2007

Gestern hatte ich mich bei meiner Freundin Geli zum Kaffee eingezeckt. Diese Veranstaltungen sind immer ausgesprochen lustig. Außerdem verfügt Geli über eine hervorragende Kaffeemachmaschine – ein vollautomatisches Element, das vermutlich für Raumschiff Enterprise entwickelt wurde und Kaffee nach individuellstem Wunsche fabriziert. Und: Zum Haus gehört eine Terrasse mit Blick auf einen wunderbaren Garten, dessen Pflanzen ihre Dankbarkeit für Kost und Logis mit üppigster Blüte zum Ausdruck bringen.
Wir trugen also Geschirr nach draußen, das zu den Blüten und unserer Stimmung passte. Es folgte ein nettes Küchlein. Leckere Kekse. Farblich auf Teller und Tassen abgestimmte Servietten usw. usw.
Als wir dann endlich folgten, fing es an zu tröpfeln. Wir ließen uns nicht vertreiben, sondern rutschten dichter unter den Sonnenschirm, der – obwohl “berufsfremd” – eine Weile das Wasser von uns fernhielt. Letztlich gaben wir uns dann doch geschlagen und beförderten alles ins Haus. Gerade noch rechtzeitig vor dem Wolkenbruch.
Wir haben trotzdem fröhlich kaffeegeklatscht. Nur der Ausblick war etwas getrübt. Deshalb hier ein paar Anmutungen, wie der Garten in ungeflutetem Zustand aussieht.

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Straßenstudien … (Teil 1)

Mittwoch, den 23. Mai 2007

Ich gestehe, ich begucke gern meine Mitwelt. Teile meiner Mitwelt haben allerdings ein Verhalten, das mir das Gucken richtig verleidet, mich aber auch ins Grübeln bringt: Jugendliche, vorrangig männlichen Geschlechts, und ihre Rumspuckerei.
Da haben sich ihre Eltern sehr bemüht, ihnen dieses Verhalten während ihrer Kleinkindzeit abzugewöhnen – kaum dürfen die Jungs unbeaufsichtigt auf die Straße, geht es wieder los. Alle paar Meter klatscht da eine Ladung Spucke auf Fußweg, Bahnsteig usw. – Ekeligst.
Und vor allen Dingen: Weshalb wird so rumgesabbert?
Ich habe da zwei Theorien entwickelt:
1. In den letzten Jahren hat sich durch derzeit noch ungeklärte Veränderungen der Umweltbedingungen die Zusammensetzung der Spucke von Pubertierenden verändert und hat sie hoch giftig gemacht. Um das Erwachsenenalter zu erreichen und nicht vorzeitig dahingerafft zu werden, müssen sie sich von dem Zeug trennen.
2. Es ist eine Art der Reviermarkierung. Beinchenheben wird zwar bei Hunden geduldet, wenn Menschen diese „Ich war hier“-Kennzeichnung wählen, ruft es Abscheu hervor und die Polizei herbei. Daher hat sich die abgeschwächte Form entwickelt, bei der man ohne größeres Derangieren des Beinkleides seine Anwesenheit auf dem Gelände mitteilt.
Aber egal aus welchem Grund – es ist hochgradig widerlich und ich wünsche mir in solchen Situationen den magischen Blick, mit dem ich das Zeug dem Spucker ins Gesicht zurückklatschen kann. Batsch!

Demokratie im Wandel der Zeit

Donnerstag, den 17. Mai 2007

Dank einer von mir gern gelesenen hiesigen Tageszeitung habe ich eine konkretere Vorstellung von der Art und Weise, wie in der Berliner Koalition Entscheidungen getroffen werden.
Die Überschrift „Half Beck? Half Stoiber? Der Erfolg hat viele Väter“ zum Artikel über den Streit um die Kleinkinderbetreuung war für mich beim ersten Lesen etwas kryptisch. Einem „Halb Beck? Halb Stoiber? …“ hätte ich problemlos folgen können, aber so hatte ich nur eine größere Ansammlung von Fragezeichen über meinem Kopf.
Handelte es sich um einen Versuch, uns Hannoveranern Englischunterricht zu geben? Ganz raffiniert durch zartestes Einstreuen englischer Sprachkrümel?! Nun sind wir ja durch die alljährlichen Messen (nee, nicht die kirchlichen, um die diversen Ausstellungen geht es) sprachlich eigentlich über dieses Anfängerstadium (tausche „b“ gegen „f“) bereits hinweg.
Wo ist also der Trick? Ein Redakteur denkt sich doch was dabei … Und siehe da, langsam ging mir ein Licht auf: „Half Beck“ ist klanglich der Position „Halfback“ im American Football auf den Fersen. Jetzt ist’s mir klar. Wehe, der Autor hat etwas anderes gemeint. Ich habe mir so schön einen Sinn zurecht gebastelt.
Die Beschlussfassung in Berlin erfolgt also im Stile des American Footballs. Very sporty! Nach meinen frisch erworbenen Kenntnissen über diese Sportart hätte ich Herrn Beck eher als „Full Beck“ bezeichnet (rein politisch natürlich!). Der Fullback ist noch eine Nummer kräftiger als der Halfback, welcher auch schon kein Hänfling ist, allerdings noch vom Fullback getoppt wird.
Aber mit „Full Beck“ hätte es eben kein so nettes Wortspiel gegeben – schließlich musste ja auch Herr Stoiber noch mit untergebracht werden. In der Überschrift.

Gruppentherapie?

Dienstag, den 15. Mai 2007

In einem Prospekt einer großen Handelskette fand ich ein Angebot, das mich stutzen ließ: „Große Weinaktion.“

Gruppentherapie Ich weiß, wir Norddeutschen sind nun nicht gerade mit dem sprichwörtlichen rheinischen Frohsinn gesegnet, aber dass hier kollektive Schluchzveranstaltungen abgehalten werden, hat mich doch überrascht. Und betroffen gemacht. Und fast zu Tränen gerührt. Aber eben auch nur fast.
Ausgerechnet jetzt, nach Wochen schönsten Wetters, sind wir hier oben so fertig mit der Welt, dass man uns ein halbes Dutzend Flenntermine anbietet: „5 kaufen, 1 gratis!“?! Das mag ich ja gar nicht glauben.
Wenn es im Februar gewesen wäre oder im November, den klassischen Melancholiemonaten. Da hätte ich noch nachvollziehen können, dass man mal einen neuen „Saisonartikel“ ins Programm nimmt. Aber im Mai?
Außerdem finde ich die Aktion dann doch nicht konsequent zu Ende geführt: Im ganzen Prospekt habe ich kein Angebot für Jammerlappen gefunden, mit denen man die Ergebnisse halbdutzendfacher Heulveranstaltungen eindämmen kann.
Das gibt Punktabzug (bzw. im Falle dieser Handelskette ,-abzug).