Monatsarchiv für Dezember 2009

Innenstadtbelebung der anderen Art

Sonntag, den 20. Dezember 2009

Die Üstra bietet in der Weihnachtszeit eine temporäre Unterbringung für Einkaufspakete an, so dass der Beutezug durch die Geschäfte ungehindert fortgesetzt werden kann und an einigen Stellen kann man seine Kinder in qualifizierte Kurzzeitbetreuung geben. Was aber macht frau mit Männern, die leichtfertig erklärt haben, dass sie mit zum Einkaufen in die Stadt kommen?! (Putzigerweise fällt beiden erst ein, dass es ihnen schon im letzten und vorletzten und vorvorletzten Jahr nicht gefallen hat, gemeinsam durch die diversen Einkaufstempel zu ziehen, wenn sie wieder vor einer Ladentür stehen.)

Dieses Jahr bietet Hannover Frauen eine besondere Form der Männeraufbewahrung an: Seit Wochen wird das alte Kröpcke-Center sorgfältig in Trümmer gelegt. Da etliche Außenwände bereits entfernt wurden, sind die kleinen Bagger in den oberen Geschossen wunderbar bei ihrer Arbeit zu beobachten. Ich kam bei verschiedenen Durchquerungen der Innenstadt in den Genuss des Anblicks zahlreicher Herren, die -mit Kommentaren nicht sparend- den organisierten “Steinbruch” verfolgten. Insgeheim hoffen bestimmt einige darauf, dass ein hauptamtlicher Baggerfahrer unpässlich ist und ein Herr aus dem Publikum um tatkräftige Mithilfe gebeten wird, um den Zeitplan des „Rückbaus“ (neuarchitektonisch für Abriss) einhalten zu können.

Abenteuerspielplatz für Große

Also, platzieren Sie Begleitherren beim Kröpcke-Center – das Kind im Manne wird sich freuen und sogar ein Überziehen der vereinbarten Abholzeit klaglos hinnehmen. Wenn die weiteren Umbauarbeiten auch so publikumsfreundlich gehalten werden, wird die Innenstadt noch auf die Top-Five-Liste hannoverscher Ausflugsziele kommen. Vielleicht liegt hier der Schlüssel zur Steigerung des Umsatzes im Einzelhandel, einer Verbesserung der Arbeitssituation im Baugewerbe und der Befriedung kleiner innerfamiliärer Einkaufskonflikte.

Die Stadtplaner sollten sich schon mal Gedanken machen, welche städtebaulichen „Versteinerungen“ im Anschluss an das Kröpcke-Center „umdekoriert“ werden sollten.

Navigations-Update für Öffis

Donnerstag, den 17. Dezember 2009

Die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra zeigen mir gerade, dass ich “Besitzerin” eines Gewohnheitstieres bin: Kaum verändern sie nach gut 30 Jahren ein paar Haltestellen- und Stadtbahnlinien-Namen, stehe ich wie ein Fragezeichen auf dem Bahnsteig.

Die altbekannte Haltestelle “Lahe” der Linie 3 heißt seit neuestem “Paracelsusweg” und die Linie ist jetzt die 7 (welche bis vor kurzem noch zur Endhaltestelle “Fasanenkrug” fuhr, diese Haltestelle gibt es immer noch, sie wird allerdings von der Linie 9 heimgesucht). Um meine Verwirrung zu komplettieren, ist die neue Endhaltestellenbezeichnung der Linie 7 in den Bahnstationen schon auf die Erweiterung in 2010 ausgelegt – sie fährt dann zur “Schierholzstraße”. An der Bahn und auf den Fahrplänen heißt es derzeit allerdings “Paracelsusweg”.

Ich fand die Regelung, Endhaltestellen nach den Stadtteilen(Zielorten) zu bezeichnen ganz sinnvoll. Ist für die grobe Orientierung einfacher. Bei “Paracelsusweg” hatte ich erst gedacht, dass die Linie jetzt Richtung Langenhagen fährt, denn dort befindet sich die Paracelsusklinik (wieder reingefallen, die liegt gar nicht am Paracelsusweg!).

Anscheinend ist meine Logik nicht kompatibel mit der Üstra-Logik. Da wird mein kleines Gewohnheitstier eben umlernen – oder ab und an mit mir in die falsche Bahn hopsen. So kann man auch neue Ecken in seiner Stadt entdecken.