Angriff der Zuckerstreuselbakterien

Ich habe kürzlich einen Werbespot gesehen, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich auf meinem Weg durch den Tag reichlich Bakterien einsammele, welche zusammen mit fremd-angeschleppten Genossen auf meinem Seifenspender ein hygienisch vermutlich bedenkliches fröhliches Stelldichein feiern.

Um mich von der Dramatik zu überzeugen, wurde zum Stilmittel der Illustration gegriffen. So saßen also gefährliche rote Zuckerstreusel in vermutlich nicht minder gefährlichem gritzegrünem Pamp auf dem Drückerknopf eines Seifenspenders – lauernd auf ihr Opfer: den ahnungslosen Drücker dieses heimgesuchten Knopfes.

Diesem inakzeptablen bunten Treiben soll man Einhalt gebieten, indem man einen berührungslosen Seifenspender verwendet. Einfach mit dem Händchen vor dem Sensor rumwedeln, schon wird ein kleiner Blotsch Seife abgesondert und nach dem Händewaschen gurgelt die keimige Last in den Abfluss.

Ich frage mich die ganze Zeit: Welche Gefahr geht von auf dem Knopf sitzenden Bakterien für mich aus? Ich drücke ihn schließlich vor dem Händewaschen, spüle aufgenommene Knopf- + Eigenkeime also weg.

Meiner Meinung bräuchte es weniger sensorgesteuerte Seifenspender auf dem Familientöpfchen, als vielmehr sensorgesteuerte Türen an hochfrequentierten, öffentlichen Örtchen: Für nachlässige Wischi-Waschi-Typen öffnet sich das Türchen nicht! Das wäre mal ein echter Hygienebeitrag.

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Fisch am Freitag (6)

Mein Freitagsfisch ist laut Verpackung ein „Original Swedish Fish“ – und nein, es handelt sich nicht um „Surströmming“, der von einigen wohl sehr geschätzt, von den meisten aufgrund seines ganze Landstriche entvölkernden Gestanks intensiven Geruchs jedoch weiträumig gemieden wird.
Gefangen habe ich meinen absolut gräten- und schuppenfreien Fischbeitrag aus Weingummi in der Food-Abteilung des schwedischen Möbelhauses. Habe die Tüte erst etwas misstrauisch nur ein kleines Stückchen geöffnet, aber die Gummibande ist erfreulicherweise nahezu geruchsneutral.

Beim Schreiben fiel mir auf: Gibt es eigentlich für das „Nicht-Riechen-Können“ auch einen Begriff – so wie bspw. nicht sehen können = blind und nicht hören können = taub?! Werde mal versuchen, mit einer Zuckerzufuhr in Form einiger jeder Menge Weingummi-Fische meinem Hirn bei der Wortsuche zu helfen.

Mehr Fischware ist Anja Rieger ins Netz gegangen.

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Oh, Scheck …

Es kommt nur noch selten vor, aber manchmal werden mir Rechnungen per Scheck gezahlt (das „selten“ bezieht sich nicht auf die Bezahlung an sich, sondern auf „per Scheck“). Beim ersten Mal ging ich zu meiner Bank, nahm ein Scheckeinreichungsformular und fing an, es auszufüllen. Bankleitzahl war einfach, was aber sollte ich unter „Vermerke des Einreichers“ eintragen? Vielleicht „Alles meins!“ oder „Juchhuu!“? Ich ließ es einfach aus und machte mich daran, die anderen Felder mit den Zahlenkolonnen zu füllen, die unten auf dem Scheck standen.

Als ich fertig war, fiel mein Blick auf den quer übers Formular laufenden Vermerk „Orderschecks bitte ordnungsgemäß auf der Rückseite indossieren“. Hm, ich vermutete mal, dass der Scheck, den ich abgab, ein Orderscheck war (schließlich „orderte“ ich das Geld). Seine Rückseite konnte ich auch noch ausmachen. Aber was bedeutete „indossieren“ und was hieß „ordnungsgemäß“ in diesem Zusammenhang?

Nach ein paar Minuten unschlüssigen Scheckanstarrens (nix da mit „Schecksekunde“) beschloss ich, mich mal wieder bis auf die Knochen zu blamieren, ging zu dem freundlich lächelnden Kassierer, zeigte ihm die Papierchen und fragte, was es denn mit dem ordnungsgemäßen Indossieren so in Bankerkreisen auf sich hat. Breiter werdendes Lächeln: „Sie müssen den Scheck auf der Rückseite unterschreiben.“

Das war alles? Weshalb stand es nicht genauso einfach auf dem Formular? Oder weiß alle Welt, was „indossieren“ beim Scheck bedeutet und nur ich habe keinen Schimmer? Seither achte ich bei Formularen auf diese Vermerke – so habe ich auch schon den Hinweis „Orderschecks sind auf der Rückseite zu girieren.“ gefunden – heißt auch nichts anderes, als dass man das Teilchen auf der Rückseite unterschreiben muss.

Indossieren, girieren – lauter nette Versuche, so bank-schlichten Menschen wie mir ihre Unwissenheit im Prüfungsfach „Scheck einreichen“ unter die Nase zu reiben. Aber in den Banken soll man nicht glauben, dass mich das davon abhält, meine Schecks abzuliefern … Soooo peinlich war mir meine Ahnungslosigkeit nun auch nicht. Außerdem kenne ich den Trick ja jetzt.

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Fisch am Freitag (5)

Ein verschobener Termin brachte mir den heutigen Fang, denn so kam ich unerwartet an einem Fischgeschäft vorbei. Mein knurrender Magen erinnerte mich nachdrücklich daran, dass gerade Mittagszeit war und >schwupps< war ich im Laden, um das Herings-Triple zu erwerben: Sild in Honig-Senf-Sauce, Dillhappen und den Klassiker, Hering mit Apfel-Zwiebel-Sahnesauce*. Noch schnell ein bisschen Baguette erbeutet und schon hatte ich einen leckeren Fisch-im-Biss.

Noch mehr Schuppentiere gibt es wieder bei Anja!

*Okay, letzterer hat natürlich eine enorme Konkurrenz: La Mammas handgeschnitzter Heringssalat in heller Sauce ist einfach unerreicht (war aber heute auch unerreichbar, da zwischen Fischgeschäft und Mammas Küche ein paar Hundert Kilometer liegen)! Doch auch die käufliche Version war sehr gut – es ist zum Teil vermutlich die frühkindliche Prägung, die den Wettbewerb für solche Spezialitäten besonders schwer macht.

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Fisch am Freitag (4)

Mein Freitagsfisch wohnt in einem Meeres-Aquarium. In großen Röhren können die Besucher bequem durch eine faszinierende Unterwasserwelt wandern – man hat mehr das Ich-bin-dabei-Gefühl als beim Angucken eines normalen Aquariums, was „fischophile Tauchophobiker“ besonders freut. Ganz Faule können sich sogar auf ein Transportband stellen und werden gemächlich durch die Röhren gezockelt.

Ein Rochen machte es sich auf einer Röhre bequem und zeigte uns entspannt sein Bäuchlein.  Manchmal schien nicht ganz klar, wer hier eigentlich wen beguckte: Mensch <=> Fisch oder Fisch <=> Mensch. Ich hatte jedenfalls das große Glück, dass mit einem Mal ein nach meinem persönlichen Knorpelfisch-Maßstab ziemlich großer Hai direkt über mir entlangschwamm. Sehr beeindruckend! Ich zog die Kamera mit und fertig war eine Aufnahme, die ein bisschen an den Film „Jaws / Der weiße Hai“ erinnert (kurz bevor die Nebendarsteller verschwinden …).


Andere Freitagsfische sind wieder bei Anja Rieger im Net(z) zu finden.

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Fisch am Freitag (3)

Der heutige Fisch kommt als Frucht daher. In der Biologie heißt dieser Versteckversuch eines Tieres „Phytomimese“ (bspw. sehen manche Raupen wie ein toter Ast aus oder eine Schreckenart wie ein Blatt usw.). Mit all diesem „Make-Up“ versuchen Tiere Fressfeinden zu entkommen – ich wüsste jetzt auf Anhieb auch kein Tier, dass einen toten Ast auf dem Speiseplan hat.

Auf die Idee zu kommen, sich als äußerst leckere Birne zu verkleiden (man schmeckt kein bisschen Fisch heraus und Gräten gibt es auch keine), halte ich allerdings für eine absolut misslungene gelungene Tarnung. Sehr ungeschickt liebe Forelle, damit wird die Zahl der Fressfeinde doch noch um Vegetarier erhöht

Mehr zum Thema Fisch wie jeden Freitag bei Fischers Fritze Riegers Anja.

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Fisch am Freitag (2)

Nixe am Strand – ist partiell zwar ein Nix-Fisch und außerdem auch noch an Land, ich versuche sie aber trotzdem in den Fisch am Freitag einzuschmuggeln.
Dieser „Goldfisch“ thront auf dem Dach eines Pavillons auf der Strandpromenade von Borkum. Zusammen mit einem sensationellen Sonnenuntergang erfreute Frau Nixe letzten Freitag alle Strandbesucher; und das waren gefühlte Drölfzigtausend – hatten aber alle prima Platz und wurden auch bestens mit Kaltgetränken versorgt!

Mehr Fisch/Meer-Fisch gibt es wie jeden Freitag bei Anja

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Fisch am Freitag …

Ein wasserscheuer Fisch – absolut von Pappe: das ist mein Beitrag zum Freitagsmenü.
Bei einem gemütlichen Einkaufsstöbern habe ich diese netten Serviettenringe entdeckt. Jeweils zwei Ringe und zwei Fische sind vorgestanzt auf einer Karte (ein Set enthält 3 Karten), lassen sich auch von Menschen mit zwei linken Bastelhänden erst raus- und dann zusammendrücken. Künstlerisch Begabte können natürlich Ring & Fisch noch nett gestalten. Hungrige rollen einfach die Serviette, schieben sie durch die Braunpappe und setzen sich zu Tisch/Fisch. Guten Appetit!
Ein wahrer Fischers Fritze ist übrigens hier zu finden – jeden Freitag wird Frischfisch angelandet

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Ich kam, saß und hatte Spaß

Ich war in der letzten Woche mehrmals mit der Deutschen Bahn unterwegs und hatte – wie schon so oft, was aber von anderen immer angezweifelt wird – Spaß während der Fahrten. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mein Vergnügen in relativ schlichten Begleiterscheinungen finde (nein, dreckige Waggonböden mit klebstoffähnlicher Haftkraft, Mobilfon-Nutzer/innen, deren Lautstärke jeden Fischmarktverkäufer vor Neid erblassen lässt u.ä. zählen nicht dazu).
Die jüngste Freude meinerseits bescherte die Rückenlehne des Sitzes vor mir, denn sie hatte mich gleich ganz fröhlich „angelächelt“:

Und wenn man an der „Sitznase“ dreht, hält die Lehne einem sogar hilfsbereit ein Tablett entgegen.
Das nenne ich mal eine auch aus PR-Sicht durchdachte Innenausstattung: Wer mag da trotz reichlich aufgesammelter Verspätung noch garstig werden, wenn einem während der gesamten Fahrt so ein freundliches Möbel gegenübersteht?

Auch die Plakat-Aktion „Gutes Essen, böses Essen?“ zu zwei neuen Spezial-Beilagen der ZEIT über die richtige Ernährung hat mich begeistert – vornehmlich weil ich sie im Hauptbahnhof von Essen entdeckte. Direkt neben dem Bahnhofsschild „Essen“ …

Im Zuge der „Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ gehe ich natürlich davon aus, dass es sich zumindest innerhalb der Stadtgrenzen nur um „Gutes Essen“ handeln kann. Alles andere wäre doch wenig werbewirksam.

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Aber nicht heute …

Als ich vor einiger Zeit Geburtstag hatte, bekam ich von einer Parfümerie meines Vertrauens folgenden Hinweis per E-Mail:

Unglaublich, da fühlte ich mich frisch und fröhlich, war bereit meine Gäste zu begrüßen und dann das. Lebte ich mit einem verzerrten Selbstbild und war womöglich kurz davor, meinen Gästen scheckig pigmentiert wie das Pferd von Little Joe (nur eben nicht so kuschelig) gegenüberzutreten? Es klingelte – zu spät, noch einen Rückzieher zu machen.

Bei meinen Gästen sorgte die Geschichte für ausgelassene Heiterkeit. Beteuerungen wie „Na, sooo schlimm ist es nun doch noch(!) nicht.“ oder gar „Ach, wir werden ja auch älter und dann lässt die Sehkraft nach.“ waren zwar nicht ganz das, was ich hören wollte, aber letztlich siegte auch bei mir der Sinn für Situationskomik. Trotzdem: Ausgerechnet zum Geburtstag so eine Mail.

Die Glückwünsche und Mails aus dem Kreise der Lieben waren übrigens wesentlich schöner. Vielen Dank! Ich denke, besagte Parfümerie, die um meinen genauen Geburtstag weiß, könnte vielleicht einen Sensibilitätsfilter beim Mailversand einbauen.

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