Steinzeit & flotte Feger

Als bekennende und sehr aktive Nicht-Sportlerin hält sich auch mein Interesse an Sportübertragungen im Fernsehen in Grenzen. Die Wettbewerbe der olympischen Winterspiele in Kanada sind daher nicht bestimmend für meinen Tagesplan, sondern laufen eher zufällig über meinen Fernsehschirm. Eine Sportart hat aber meine Aufmerksamkeit geweckt: Curling

Speziell das Equipment hat es mir angetan:
Der Curlingstein wiegt ca. 18 kg und besteht aus poliertem Granit. Auf seiner Oberseite befindet sich ein Handgriff, der nicht nur dem Transport, sondern auch der Steuerung dient (Curlrichtung). Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Bügeleisen ist nicht zu übersehen.

Gespielt wird auf einer gut 45 m langen Eisbahn:
Sobald der Spieler in einer Art Kniefall mit Rutschpartie den Stein in Richtung Ziel aus der Hand gelassen hat, gibt er (für Außenstehende nicht unbedingt verständliche) Anweisungen an seine Mitspieler, die jeweils mit einem Besen bewaffnet sind und als flotte Feger vor dem Stein rumfuhrwerken, wenn der Lauf verlängert werden soll (energisches Beseln schafft einen Wasserfilm auf dem Eis und erleichtert so dem Stein die Fahrt).

Ich war ganz erstaunt, wie feinfühlig Curling-Spieler den Stein auf seine Reise ins Ziel (= Haus) bringen. Aus spieltaktischen Gründen setzen sie ihn als Guard auch mal in den „Vorgarten“ besagten Hauses, um bereits darin befindliche eigene Steine zu schützen bzw. versuchen gegnerische Steine (es spielen immer zwei Mannschaften gegeneinander auf einer Bahn) aus dem Haus zu schubsen.

Am interessantesten fand ich jedoch, dass Herren*, die bei anstehenden Hausarbeiten Besen und Bügeleisen gern weiträumig umfahren, Variationen dieser Geräte gern und geschickt bedienen, wenn die zu verrichtende Tätigkeit als Sport verkauft wird.

Meine Bitte an die entsprechenden Hersteller: bringt doch mal einen Bügelbrettbezug mit Curlingbahnbedruckung auf den Markt. Und ein Bügeleisen in Curlingstein-Optik (die arbeitserleichternde Spitze sollte aber erhalten bleiben). Und einen Besen, der es in Aussehen und Stabilität mit einem Curlingbesen aufnehmen kann.

Ich kann es kaum erwarten, den ersten Herrn im Tiefflug ans auf Kniehöhe eingestellte Bügelbrett schlittern zu sehen, wo er die Falten auf Hemden und Hosen mittels Curlingeisen aus dem Haus befördert.

*ja, ich weiß, dass es auch Männer gibt/geben soll, die von Bügeleisen und Besen nicht lassen können – sollten diese Exemplare noch Kapazitäten haben, könnte gerade in Zeiten des drohenden Frühjahrsputzes der Aufbau eines mobilen Plätt- & Putzteufelchen-Geschwaders in Erwägung gezogen werden …

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„Erleuchtung“ für alle

Bis Weihnachten habe ich relativ wenig Probleme damit, dass es spät hell, aber früh wieder dunkel wird. Schließlich gibt es während der Vorweihnachtszeit allerlei kerzenbeschienene Aktivitäten, die mich ablenken. Allerspätestens ab Silvester jedoch nervt mich dieses Tappen im Dunkeln verstärkt. Dann ist ein neues Jahr und das möchte ich mir gern im Hellen angucken.

Erfreulicherweise expandieren ja jetzt die Sonnenlichtstunden pro Tag (klappt auch, wenn die Sonne sich bedeckt hält). Kürzlich habe ich eine „Licht an – Licht aus“-Seite entdeckt, auf der man mittels Eingabe von Längen-/Breitengrad die Entwicklung für genau diesen Standort verfolgen kann. Ich finde es toll, nachzugucken wie die Lichtverhältnisse an anderen Orten auf der Welt sind. Aber besonders gern gucke ich natürlich, wie viele „Lichtminuten“ es hier wieder mehr geworden sind – vom Zwergtag 22.12.2009 bis heute ist das kleine Tageslicht um sage und schreibe 25 Minuten gewachsen!

Ich wünsche allen ein schönes 2010 – zu jeder Tages- und Nachtzeit …

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Innenstadtbelebung der anderen Art

Die Üstra bietet in der Weihnachtszeit eine temporäre Unterbringung für Einkaufspakete an, so dass der Beutezug durch die Geschäfte ungehindert fortgesetzt werden kann und an einigen Stellen kann man seine Kinder in qualifizierte Kurzzeitbetreuung geben. Was aber macht frau mit Männern, die leichtfertig erklärt haben, dass sie mit zum Einkaufen in die Stadt kommen?! (Putzigerweise fällt beiden erst ein, dass es ihnen schon im letzten und vorletzten und vorvorletzten Jahr nicht gefallen hat, gemeinsam durch die diversen Einkaufstempel zu ziehen, wenn sie wieder vor einer Ladentür stehen.)

Dieses Jahr bietet Hannover Frauen eine besondere Form der Männeraufbewahrung an: Seit Wochen wird das alte Kröpcke-Center sorgfältig in Trümmer gelegt. Da etliche Außenwände bereits entfernt wurden, sind die kleinen Bagger in den oberen Geschossen wunderbar bei ihrer Arbeit zu beobachten. Ich kam bei verschiedenen Durchquerungen der Innenstadt in den Genuss des Anblicks zahlreicher Herren, die -mit Kommentaren nicht sparend- den organisierten „Steinbruch“ verfolgten. Insgeheim hoffen bestimmt einige darauf, dass ein hauptamtlicher Baggerfahrer unpässlich ist und ein Herr aus dem Publikum um tatkräftige Mithilfe gebeten wird, um den Zeitplan des „Rückbaus“ (neuarchitektonisch für Abriss) einhalten zu können.

Abenteuerspielplatz für Große

Also, platzieren Sie Begleitherren beim Kröpcke-Center – das Kind im Manne wird sich freuen und sogar ein Überziehen der vereinbarten Abholzeit klaglos hinnehmen. Wenn die weiteren Umbauarbeiten auch so publikumsfreundlich gehalten werden, wird die Innenstadt noch auf die Top-Five-Liste hannoverscher Ausflugsziele kommen. Vielleicht liegt hier der Schlüssel zur Steigerung des Umsatzes im Einzelhandel, einer Verbesserung der Arbeitssituation im Baugewerbe und der Befriedung kleiner innerfamiliärer Einkaufskonflikte.

Die Stadtplaner sollten sich schon mal Gedanken machen, welche städtebaulichen „Versteinerungen“ im Anschluss an das Kröpcke-Center „umdekoriert“ werden sollten.

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Navigations-Update für Öffis

Die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra zeigen mir gerade, dass ich „Besitzerin“ eines Gewohnheitstieres bin: Kaum verändern sie nach gut 30 Jahren ein paar Haltestellen- und Stadtbahnlinien-Namen, stehe ich wie ein Fragezeichen auf dem Bahnsteig.

Die altbekannte Haltestelle „Lahe“ der Linie 3 heißt seit neuestem „Paracelsusweg“ und die Linie ist jetzt die 7 (welche bis vor kurzem noch zur Endhaltestelle „Fasanenkrug“ fuhr, diese Haltestelle gibt es immer noch, sie wird allerdings von der Linie 9 heimgesucht). Um meine Verwirrung zu komplettieren, ist die neue Endhaltestellenbezeichnung der Linie 7 in den Bahnstationen schon auf die Erweiterung in 2010 ausgelegt – sie fährt dann zur „Schierholzstraße“. An der Bahn und auf den Fahrplänen heißt es derzeit allerdings „Paracelsusweg“.

Ich fand die Regelung, Endhaltestellen nach den Stadtteilen(Zielorten) zu bezeichnen ganz sinnvoll. Ist für die grobe Orientierung einfacher. Bei „Paracelsusweg“ hatte ich erst gedacht, dass die Linie jetzt Richtung Langenhagen fährt, denn dort befindet sich die Paracelsusklinik (wieder reingefallen, die liegt gar nicht am Paracelsusweg!).

Anscheinend ist meine Logik nicht kompatibel mit der Üstra-Logik. Da wird mein kleines Gewohnheitstier eben umlernen – oder ab und an mit mir in die falsche Bahn hopsen. So kann man auch neue Ecken in seiner Stadt entdecken.

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Sachen, die die Welt nicht braucht (Teil 1)

Es gibt Dinge, bei denen frage ich mich: „Was ist dem Erfinder dabei durch den Kopf gegangen?“ – spätestens beim Probelauf mit dem Prototyp sollten Fehler in der Konstruktion erkannt und behoben werden. Ansonsten geht zwar etwas in Serie, von Serienreife kann aber wirklich nicht gesprochen werden.
Ein Paradebeispiel für eine derartige Materialisierung unausgegorener Erfinderbegeisterung ist mein Briefkasten.
p2140131_briefkasten.jpgHier hat der Konstrukteur es tatsächlich geschafft, den Einfüllschlitz breiter zu machen als die Tür, durch die man die täglichen Zustellungen herausnimmt. Herausnehmen ist in diesem Fall ein Euphemismus: Jede Zeitschrift, jeder Briefumschlag, jeder Katalog, der größer als DIN A5 ist, führt zu mühsamem Geprökel bei der Entnahme. Da die Metallkanten dieser bösartigen Kreatur nur nach hinten umgebogen wurden, gehören Hautabschürfungen zur kostenlosen Serviceleistung. Meine Hände sind meistens zerschrammt und meine Postsendungen sehen übel verunfallt aus, da ich sie nur herausbekomme, wenn ich sie erbarmungslos knicke und knautsche.

Aufgrund ihrer Ausstattung (graue Hammerschlaglackierung, mietskasernengeeignet) gehe ich mal davon aus, dass diese Monstren (hängen als Gruppe im Hausflur) gebaut wurden, kurz nachdem man aufgehört hatte, Schriftliches in Stein zu meißeln. Somit hat der „Erfinder“ vermutlich schon das Zeitliche gesegnet. Sollte er es wider Erwarten noch nicht getan haben, bitte ich ihn inständig, die Welt nicht weiter mit derartigem Kram zu triezen. Heute gibt es wirklich sanftere Formen des Handpeelings!

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„ALOHA“ auf dem Fensterbrett

p8110302_hawaii-palme.jpgDer jüngste Neuzugang auf meiner Fensterbank ist eine Hawaiipalme. Sie brachte zum Einzug freundlicherweise etwas Lektüre mit, in der stand, wie sie denn gern wohnen möchte: Hell, aber nicht zu sonnig, ab und an ein Schlückchen Wasser in Ehren, aber kein Wassertreten. Außerdem teilte sie mir schriftlich mit, dass sie in ihrer Heimat vom Aussterben bedroht ist und dass ein holländischer Blumenzüchter sich ihrer Art angenommen hat. Um die Pflanze auch in ihrer eigentlichen Heimat wieder zu verbreiten, unterstützt man mit einem gewissen Anteil des Kaufpreises einer jeden Pflanze ihre Weiterverbreitung auf Hawaii.

Nach einer Woche begann sie, gelbe Blätter zu produzieren.
Ich war verzweifelt, kontrollierte, ob ich zu viel oder zu wenig gepflegt hatte. Gefiel ihr die Aussicht nicht? Hätte ich ihr aus ihrem Büchlein vorlesen sollen? Oder andere Geschichten erzählen, in denen Pflanzen die Protagonisten sind? Flatsch, ein Blatt fiel ab und das nächste neigte sich stark Richtung Sims, was wiederum andere Blätter aus Solidarität erbleichen ließ. Ich machte mir ernsthaft Sorgen.

Forschungsarbeit im Internet brachte Folgendes ans Licht:
1. Die Hawaiipalme ist gar keine Palme. Da mein Wohnraum begrenzt ist, kreide ich ihr diese kleine Schwindelei nicht an, so können wir vielleicht länger zusammenwohnen.
2. Sie scheint vom Aussterben bedroht zu sein, weil es offenbar auf Hawaii keine Insekten gibt, deren Rüsselchen lang genug sind, dass sie sich an den pflanzlichen Nektarvorrat begeben wollen/können und dabei dann –quasi im Vorüberkrauchen– die Pflanze bestäuben.
Die Frage „Wie konnte diese Pflanze sich überhaupt jemals auf Hawaii ansiedeln?“ muss in diesem Zusammenhang erlaubt sein. Gab es dort irgendwann mal fliegende Miniaturelefanten, die für die Vermehrung sorgten? Wo sind Humboldt, Darwin und andere Gelehrte, wenn man sie braucht?!
3. Und jetzt wird es spannend, das stand auch nicht in ihrem Heftchen: Gewöhnt an die recht einheitliche Tagesdauer auf Hawaii (ca. 11-14 Std.) gerät sie bei uns im Sommer durch die längeren Tage unter Stress – und zack, schon wirft sie Blattware weg. Laut Internet kann es sogar passieren, dass sie sich völlig entblättert. Man soll sie dann in eine schattigere Ecke stellen.
Prima, deswegen kaufe ich mir ja eine Grünpflanze: Sie soll sich möglichst schnell „nackicht“ und unansehnlich machen, damit ich etwas habe, mit dem ich dunkle Ecken füllen kann.

Im Winter soll sie dafür Blätter und Blüten produzieren, dass es die wahre Freude ist. Offenbar setzt ein kurzer Arbeitstag und eine lange Schlummernacht sie nicht unter Stress. Ganz im Gegenteil, da holt sie das Beste aus sich raus.

Ich bin so gespannt, ob sie sich wie beschrieben verhält. Habe sicherheitshalber schon ein Plätzchen hinter meinem Schreibtisch freigeräumt – falls sie nur noch aus Stamm besteht und sich so nicht vor den anderen Pflanzen zeigen will. Aber wehe, sie will sich so auch durch den Winter faulenzen …

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Lokaltermin oder Qual der Wahl

Wieder ist eine Wahl vergangen, wieder haben nur wenige Wahlberechtigte daran teilgenommen und die Tendenz zeigt weiter abwärts. Meines Erachtens gibt es einen Faktor für die mangelnde Wahlbeteiligung, der bei allen Ergebnisanalysen gar nicht berücksichtigt wird. Der Wahl des Wahllokals wird viel zu wenig Beachtung geschenkt.

Bei meiner allerersten Wahl lebte ich auf dem Lande und das Wahllokal war im Sportheim. In diesem Sportheim gab es auch eine Gastwirtschaft, so dass man sich nach getaner Ankreuzerei ins Lokal der Wahl setzen, mit anderen schwatzen und durch Verzehr im wahrsten Sinne des Wortes die Wirtschaft ankurbeln konnte.
Durch diverse Umzüge wechselten auch die Orte, an denen ich zu Wahlzeiten rumkreuzen durfte: Bedauernswerterweise war nie (!!) wieder so ein nettes Wahllokal dabei. Ich wählte in Realschulen, Gymnasien, Berufsschulen – am grässlichsten fand ich es, in einem Gesundheitsamt zu wählen. Brrr, ich traute mich kaum, den Wahlzettel anzufassen. Die Vernunft sagte mir, dass im Gesundheitsamt nicht mehr und auch keinesfalls schlimmere Keime ihr Unwesen treiben als auf jeder Türklinke. Meine Fantasie empfahl mir dringend das Tragen von Gummihandschuhen!

Weshalb wird vorrangig an Orten gewählt, die schon im „richtigen“ Leben von den wenigsten Wählern mit sonderlich viel Begeisterung besucht wurden/werden? Weshalb tut man nicht, unabhängig vom Ausgang der Wahl, der örtlichen Gastronomie gleich noch etwas Gutes und richtet die Wahlstationen dort ein?!

Liebe Politiker, ergreift die Gelegenheit: Bis zur Bundestagswahl muss es doch wohl möglich sein, entsprechend zu disponieren, so dass jeder Wähler das Nützliche auch mit dem Angenehmen verbinden kann. Auf ins Wahllokal mit fröhlichen Menschen, Gastwirt, Küche und Getränken! Die große Ernüchterung nach der Wahl kommt früh genug …

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Schreck lässt nach

Ich habe entdeckt, dass demnächst ein Supermarkt bei mir „umme Ecke rum“ aufmacht. Puhhh, jetzt bin ich wirklich erleichtert: Seit Mitte letzten Jahres mein nächstgelegenes Einkaufstempelchen für den täglichen Bedarf geschlossen worden war, lebe ich näher an zwei Bestattungsunternehmen als an einem Supermarkt. Diese Tatsache hat mir einen ordentlichen Schreck verpasst und zu häufigerer Blutdruckkontrolle geführt. Man soll das Schicksal schließlich nicht rausfordern …

Die Ansiedlung eines neuen Marktes beruhigt mich ungemein – offenbar hat die Auswertung der Gesundheitsdaten der hier ansässigen Menschen doch noch Grund zu kaufmännischer Hoffnung gegeben. Ich werde also umgehend nach Eröffnung dort vorstellig werden, um durch fröhliches Einkaufen die in mich als Konsumenten gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Sonst siedelt sich hier demnächst womöglich ein Urnentöpfer an. Nichts gegen seine Ansiedlung – von mir aus zusätzlich zum Supermarkt, aber nicht anstelle!

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Sticheleien …

Was macht eine Illustratorin, die gern handarbeitet, aber keine Stoffe und Stickmuster findet, die ihr gefallen?! – Genau, sie entwirft sie selbst. „Gesacht – gemacht“ und jetzt ist es auch im Internet soweit: Meine Freundin Anja hat die Homepage für ihr jüngstes Kreativ-Kind aktiviert. Gratulation!!

Unter dem Label „Anja Rieger Design“ haben kleine Gemeinwesen das Licht der Welt erblickt, die köstlich un-betulich sind. Fans des schrägen Humors können durch diese Entwürfe an die Nadel geraten … Die meisten Stickmuster sind zwar für Maschinisten, aber sicher können auch talentierte Handwerker was damit anfangen.

In ihrem Blog ist u.a. eine handgenähte Tasche abgebildet, für die sie sogar Stoffe selbst bedruckt hat.

Ich bin ganz begeistert. Vielleicht sollte ich doch mein großes Handarbeitstrauma abarbeiten: Während meiner frühen Schuljahre mussten wir als eine der ersten Näharbeiten aus Karostoff kleine „Kleidchen“ für uns nähen. Am Tage der Präsentation guckten aus sackartigen, ärmellosen Hängerchen unsere staksigen Ärmchen und Beinchen heraus. Unglaublich unkleidsam. Im Schulzimmer sah es aus, als wenn eine Geschirrtuch-Kollektion plötzlich Beine bekommen hatte. Brrrrr.

Dieses Erlebnis und weitere Misserfolge an der Nähmaschine (wer schon mal beim Einnähen eines Jeansreißverschlusses eines der Hosenbeine mit angenäht hat, weiß, wovon ich schreibe) haben in mir den Entschluss reifen lassen, dass ich meine Sticheleien vielleicht doch besser mit 26 Buchstaben als mit einer Nadel mache.

Aber die kleinen Unwesen von Anja reizen mich schon!

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Vom Osterhasen versteckt?!

krimi_maschsee.jpg
Was wäre festliche Faulenzerei ohne etwas zu Lesen? Innerhalb unseres familiären Krimi-Lesezirkels bekam ich ein Buch in die Finger, das ich schon seit einiger Zeit lesen wollte.

Lag es nun am Osterfest und den damit einhergehenden Versteckspielen – ich war offenbar noch voll auf „Suchen & Finden“ programmiert. Auf dem Klappentext entdeckte ich „… Grabmahl …“. Eine neue Bedeutung für „Leichenschmaus“? Nein, ein ganz profaner Schreibfehler – im Buch-Innenteil war nämlich immer ganz korrekt vom Grabmal die Rede. Ich finde den Satzfehler nicht dramatisch, ganz im Gegenteil: Mich entzückt das sich daraus ergebende Wortspiel ganz ungemein (auch wenn es in mörderischem Zusammenhang steht).

Uuuuuund … hat schon jemand entdeckt, von welchem Buch hier die Rede ist?! Ich bin gerade auf Seite 52 gelandet und es liest sich sehr nett.

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