Bed Peace & Kissenschlacht

Vor genau 40 Jahren verzogen sich John Lennon und Yoko Ono für eine Woche ins Bett ihrer Suite im Amsterdamer Hilton-Hotel um für den Frieden zu demonstrieren. Schlafanzüglich ganz in Weiß empfingen sie die Presse, das „Bed-in“ war geboren.

Wenn ich heute so auf die Welt gucke, kann ich nur sagen: Es ist Zeit für ein neues Bed-in. Wie das mit dem Frieden geht, haben wir ja immer noch nicht gelernt – also, rein in die Federn und nachsitzen (wohl eher nachliegen). Denn: Wer im Bett liegt, lässt sich maximal zu einer Kissenschlacht hinreißen und die einzigen, die dabei zu Schaden kommen können, sind Nachttischlampen, Keksschalen, Tassen und Brillen.

Und das Wetter ist im Moment sowieso eher zum Decke über den Kopf ziehen. Passt also alles wunderbar zu einer Neuauflage des 69er Bed-ins. Friedensgespräche der schönsten Art. Ach, John Lennon fehlt wirklich. Der Mann hatte einen Blick für das Wesentliche!

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Obskures aus der Kamera (Teil 1)

Es ist schon erstaunlich, was sich so alles auf der Speicherkarte meiner Kamera findet. Immer wenn ich etwas für mich Merk-würdiges entdecke, zücke ich die Kamera und kellere es in Pixelform in der Tiefe des Kartenspeichers ein. Voraussetzung ist natürlich, dass ich die Kamera dabei habe – daran scheitert mein toller Plan der schnellen Aufnahme leider häufig. Ich habe tatsächlich schon in Erwägung gezogen, mir ein Handy mit Kamera zuzulegen. Aber ich liebe meinen alten Hör-/Sprechknochen zu sehr, als dass ich ernsthaft über eine Trennung nachdenke.

Nach und nach werde ich jetzt die Ergebnisse meiner optischen Beutezüge verbloggen.

Rotlichtbezirk …Auf diesem Bild aus der Vorweihnachtszeit ist die Ernst-August-Galerie am hannoverschen Bahnhof zu sehen. Während ich auf den Überweg zumarschierte, hatte ich Probleme, das rote Ampelmännchen zu entdecken. Es musste aber noch irgendwo sein, da die Fußgänger mit Blickrichtung Hauptbahnhof an der Ampel warteten. Aus meiner Sicht überstrahlte die rote Beschriftung in Kombination mit roten Deko/Werbung das kleine Männchen völlig. Ich habe mich gefragt, ob an der Kreuzung die Unfallrate mit Passanten gestiegen ist, seit der Eröffnung dieses Einkaufstempels?!

Und hier noch Auflösung des Suchbildes: Das rote Männchen steht im grünen Kreis. Leider ist der Kreis als Orientierungshilfe nur auf diesem Bild und nicht live an der Ampel …

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Es dreht sich, es dreht sich nicht …

Ich liebe Logik-Fragen, Wort- und Zahlenspiele, Um-die-Ecke-Denk-Sachen und ähnliches Hirnwindungs-Spielzeug. Im diversifizierten Angebot eines großen Kaffeehauses entdeckte ich ein PC-Spiel, das den vollmundigen Titel „Gehirnjogging“ hat. In der Unterzeile heißt es „Der Power-Trainer für die ganze Familie“ und noch weiter unterzeiliger steht „Logisches Denken – Räumliche Wahrnehmung – Konzentrationsfähigkeit – Lernstrategien“.

Und es bewegt sich doch … nichtPlötzlich meldete sich meine eingebaute Plausibilitätsprüfung (die kann einem manchmal echt den Tag vermasseln – manchmal auch retten): Wie gut kann ein Spiel sein, das seinen Anspruch/Daseinszweck schon mit der Titelabbildung ad absurdum führt? Die abgebildeten Zahnräder greifen zwar wunderbar ineinander – im Ernstfall funktioniert die Konstruktion aber nicht. Sie blockiert. Da dreht sich nix.

Vielleicht hätte der zuständige Produktmanager mal ein Löffelchen seiner eigenen Medizin schlucken sollen, sprich: die CD ausprobieren sollen. Mit einer leichten Verbesserung des logischen Denkens, der räumlichen Wahrnehmung und vielleicht auch noch der Konzentrationsfähigkeit hätte er sicher bemerkt, dass eine Zahnräder-im-Kreis-Bastelei nur funktioniert, wenn es eine gerade Anzahl von Zahnrädern ist (ergibt sich einfach so, da ein nach rechts drehendes Rad seinen Nachbarn nach links bewegt, rechts, links, rechts, links usw.).

Oder er hat die CD ausprobiert und der Fehler im Titelmotiv ist ihm trotzdem nicht aufgefallen. Mal ehrlich, zu was taugt das Spielchen dann?! Mir scheint, dass mein Sitzsack-Gehirn auch ohne seilhüpfende Synapsen und walkende graue Zellen noch ausreichend beieinander ist.

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Zum einen Ohr rein …

Ich entwickele mich langsam zum „Verhör-Spezialisten“:
Vor ein paar Tagen lief in meinem Fernseher der Trailer zu einer Serie. Natürlich wurde diese Serie auch besungen. Der Refrain lautete in meinen Ohren „(dideldidel) … dann kam die Sahne … (dideldi usw.)“. Schwupps, schon war ausgesungen und ich saß ratlos vor dem TV-Apparat.
Dieser Text machte ja irgendwie gar keinen Sinn, es sei denn, der Trailer wäre für eine Sendung wie „Abgeschöpft“ (Themen aus der Wirtschaft) oder „Rührselig“ (neue Fernsehköcheleien).
Ich nahm mir vor, die nächste Werbeeinblendung aufmerksamer zu verfolgen. Wie nicht anders zu erwarten, verging nicht viel Zeit mit Filmware und es wurde wieder eigenwerblich gesungen. Da ich diesmal angestrengter hinhörte und auch zuschaute, erschloss sich mir der tatsächliche Wortlaut „… dann kam die Sonne …“. Aha, das machte inhaltlich durchaus mehr Sinn.

Habe ich einen Knick im Gehörgang oder ist ein „O“ womöglich schwieriger zu singen als ein „A“?
Bislang habe ich noch kein derartiges Hörproblem bei mir feststellen können. Sowohl das köstliche „ottos mops trotzt“ (bis er kotzt) von Ernst Jandl als das nicht minder begeisternde „Otto holt große rote Rosen“ von Loriot gingen problemlos durch bis zum Hirn – wo dann große Begeisterung in der Sprachregion, Abteilung Humor, erzeugt wurde.

Letztlich habe ich jedoch festgestellt, dass ich nicht zur Zielgruppe der Fernsehserie zähle (puuhh, da bin ich schon froh), was also den Kontakt mit meinem „Verhörkandidaten“ auf zufällige Werbebeschallung beschränkt. Sorgen um mein Hör(un)vermögen wurden damit erstmal vertagt.

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Ich fahre mal eben telefonieren …

Hier in Hannover-Stadt sind wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht komfortabel bedient. Neulich habe ich mich gefragt, ob der Personen-Nahverkehr dieser Stadt aus einer Kooperation der Üstra (stellt Busse, Bahnen, Fahrpersonal, Kontrolleure, intakte & defekte Fahrkartenautomaten) und diverser Telekommunikationsfirmen besteht. Die hiesigen U-Bahnen scheinen immer mehr zu mobilen Telefonzellen zu werden: Einsteigen, Telefon rausholen, Nummer tüpfeln und reintrompeten, dass man problemlos von einer afrikanischen Elefantenherde adoptiert würde.

Ich bin froh um jedes Telefonat, das ich nicht in einer lauten Bahn unter den Blicken der Umstehenden führen muss. Mir ist es immer noch eher unangenehm, wenn mein Hörknochen in der Tasche losfiedelt, und ich sage entweder kurz und knapp „Ich rufe gleich zurück.“ oder verlasse fluchtartig an der nächsten Haltestelle den Wagen, um das Gespräch zu führen. Andere sind ja völlig befreit von irgendwelchen Skrupeln gegenüber ihrer Umwelt; da gehört es offenbar zum Lifestyle, im Waggon zu telefonieren – ohne Publikum geht gar nix.

Und was man da teilweise bei längeren Telefonaten als Co-Hörer zwangserfährt – das will man kaum von Freunden wissen, von Fremden schon gar nicht (liebe Mitreisende, die Beschreibung des Öffnungsstadiums eines Muttermundes einer ihnen bekannten Mama in spe muss doch nun wirklich nicht in der Lautstärke mit der Haltestellen-Ansage konkurrieren!).

Ehrlich gesagt, bin ich geradezu dankbar, dass ich nur die eine Hälfte derartiger Gespräche mitbekomme(n muss) und noch ehrlicher gesagt: Ich könnte auch auf diese Hälfte gut verzichten.

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Suche – biete …

Vor einiger Zeit bekam ich ein Buch geschenkt (ja, ja, ich weiß, ich habe doch schon eins …): „Das Moor des Vergessens“ von Val McDermid. Es ist ein Kriminalroman (naja, es kommt zumindest eine Leiche drin vor) und – im Gegensatz zu den meisten Büchern, die ich mir selbst schenke – mit Hardcovereinband und Schutzumschlag. Also etwas richtig Schönes.
Am Wochenende gönnte ich mir zu einer Tasse Kakao (aus Schokoraspeln selbst geköchelt) und einem kuscheligen Sofasitzplatz eine ausgiebige Leseeinheit. Leider kam es auf Seite 128 zu einer außerplanmäßigen Unterbrechung: Die Seiten 129–160 fehlten! 32 Seiten einfach nicht da.

Ich wage zu bezweifeln, dass es sich um einen besonderen Werbe-Einfall des Verlages handelt, denn im Plot geht es keinesfalls um verschwundene Manuskriptseiten. Außerdem hat man zum Ausgleich die Seiten 161–192 doppelt eingebunden. Deshalb sieht man von außen auch keinen Unterschied zu den „richtigen“ Büchern, ist ja alles aufgefüllt.

Bevor ich jetzt an den Verlag herantrete und um die fehlenden Seiten bitte bzw. den Austausch des kompletten Buches, hier meine Bitte: Falls einer meiner Blogleser das vollständige Buch hat bzw. den Besitzer kennt, in dessen Buch die Seiten 161–192 fehlen, dafür aber die Seiten 129–160 doppelt vorhanden sind – bitte melde dich! Wir können das „seitliche Houdini-Phänomen“ sicherlich ohne höhere Verlagsinstanz in Eigenregie lösen.

Ablauf der Meldefrist ist der 1.11.2008, danach frage ich beim Verlag nach, ob irgendwer mal flott die mir fehlenden Seiten durchkopieren und mir schicken könnte – schließlich will ich wissen, ob die gefundene Moorleiche Fletcher Christian ist (der Meuternde von der „Bounty“) oder nicht.

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Großstadtdramen?!

Als ich vor ein paar Tagen nach Hause kam, stand unsere Hausmülltonne in folgender Ausstattung vor mir:

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War es eine Verzweiflungstat eines oder einer Beziehungsgeschädigten?
Welche Dramen haben sich da womöglich unter dem schützenden Dach unseres Mehrfamilienhauses abgespielt?
Vielleicht ist es aber auch nur das „Kunststück“ eines Menschen mit herrlich skurrilem Humor. Sollte diese Meinungsäußerung aber tatsächlich Ergebnis einer Krise sein, so hoffe ich, dass dieselbe mittlerweile überstanden ist. Das Schild war jedenfalls nach zwei Tagen weg und in der Tonne befand sich nur ganz normaler Müffelmüll – wofür ich in diesem speziellen Fall wirklich dankbar war.

Zu der ungeklärten Entstehungsgeschichte gesellten sich bei mir natürlich noch die Fragen:
Gibt es Schilder mit einem männlichen Piktogramm, wenn ja, wo? (Ich bin mir sicher, dass der Bedarf nicht gering ist!)
Weshalb stand der Entsorgungshinweis eigentlich nicht auf der Biotonne?

P.S. Ich bitte die miese Bildqualität zu entschuldigen, aber es war schon stickeduster.

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Gewerbe ist doch keine Kunst …

Vielen im Lande wird der Begriff „Künstlersozialkasse“ nichts sagen (sie können aber trotzdem weiterlesen, man weiß ja nie, wann das Wissen darum von Nutzen ist), einige werden schwer dankbar für die Existenz dieses „Clubs“ sein (das sind die Leistungsempfänger), wieder andere sind vermutlich nicht ganz so enthusiasmiert über diese Existenz (das sind die Leistungszahler).

Leistungsempfänger sind selbstständige Künstler aus unterschiedlichen Tätigkeitsrichtungen, deren Leben in vielen Fällen finanziell nicht so rosig ist, wie es dem Wortklang zu vermuten ist – (Lebens)Künstler ist manchmal das Synonym für Überlebenskünstler. Egal, ob rosiges oder düsteres Leben, diese Gruppe bekommt, wenn sie denn KSK-Mitglied ist, zur sozialen Absicherung von der Künstlersozialkasse die Renten- und Krankenkassenbeiträge zu 50% bezahlt. Und es sei ihnen wirklich von Herzen gegönnt!

Leistungszahler wiederum sind diejenigen, die o.g. Empfänger engagieren. Zusätzlich zum vereinbarten Entgelt für den Künstler müssen sie (nach meinen Informationen) für 2008 4,9% auf das Honorar an die KSK zahlen. So weit, so erklärlich. Irgendwo muss das Geld ja schließlich herkommen, und dass dann die Auftraggeber zur Kasse gebeten werden, ist verständlich.

Interessanterweise muss diese KSK-Abgabe auch für Menschen gezahlt werden, die gar keine Leistungen aus selbiger Kasse bekommen. Allein die Tatsache, dass sie selbstständig eine Tätigkeit ausüben, die nach den (für mich) nicht ganz einfach nachzuvollziehenden Definitionen der KSK als „künstlerische Leistung“ gewertet werden kann, führt zur Abgabepflicht für die Auftraggeber.

Vor gut 20 Jahren wurden bspw. Gewerbetreibende (um den Bogen zur Überschrift zu kriegen) erst gar nicht zur KSK zugelassen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn damals arbeitete ich für kurze Zeit selbstständig, hatte ein Gewerbe angemeldet und versucht, bei der KSK unterzuschlüpfen. Aber es hieß: Egal was, mit Gewerbeschein ist es keine Kunst. Prinzipiell. Aha. Okay.

Wie ich mittlerweile erfahren habe, werden jetzt sogar Gewerbetreibende mit offenen Armen begrüßt. Und sollten sie doch nicht eintreten, werden ihre Auftraggeber trotzdem zur Kasse gebeten. Das erhöht den Beliebtheitsgrad von Gewerbemenschen und anderen Leistungs-nicht-in-Anspruchnehmern enorm: Man muss sie bei der KSK nicht verwalten und –vermutlich noch wichtiger– auch nicht bezuschussen. Aber – man bekommt Geld von den Auftraggebern.

Ich finde es absolut nachvollziehbar und richtig, dass man als Versicherer hinter den Beiträgen her ist (und sein muss!). Aber doch bitte auch nur bei denen (bzw. in diesem Falle bei deren Auftraggebern), die tatsächlich in den Leistungsgenuss kommen. Man muss ja z.B. auch nur dann für eine Bahn-Fahrkarte zahlen, wenn man mit der Bahn fährt – und ist nicht allein schon deshalb zahlungsverpflichtet, weil man den bahnlichen Zulassungskriterien als Fahrgast entspricht …

Mir stellt sich die Frage, ob diese doch sehr kreative Form der Mittelrekrutierung nicht auch schon eine abgabepflichtige künstlerische Leistung ist. Wer muss dann an wen zahlen?

Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn das aktuelle KSK-System bei anderen Dienstleistern Begehrlichkeiten hinsichtlich der Beitragsbeschaffung weckt.

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Kennen Sie sich hier aus?

Kürzlich bekam ich eine Information des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (bvdm) anlässlich einer Veranstaltung in Berlin zu sehen. Um auswärtigen Besuchern das Auffinden des Veranstaltungsortes zu erleichtern, war ein übersichtlicher Lageplan erstellt worden.

Anscheinend war dieser Plan aber auch von einem besonders auswärtigen Gestalter kreiert worden. Schon bei oberflächlicher Betrachtung fielen mir Straßennamen auf, die ich so nicht in Berlin lokalisiert hätte – allen voran: „Potzdamer Platz“. Von keiner Korrekturlesung erwischt, hat es dieser Fehler geschafft, bis ins Ziel zu kommen. Potztausend!

Dann entdeckte ich jedoch, dass es ein großes Teilnehmerfeld war, dem dieses Kunststück ebenfalls gelungen war: Das Reichstagsgebäude befindet sich nach diesem Lageplan an der „Schneidemannstraße“ statt an der „Scheidemannstraße“, der „Staufenbergstraße“ ist das zweite „f“ abhanden gekommen, die „Schillstraße“ ist kurzerhand zur „Schillerstraße“ ausgebaut worden (dabei schillert es doch schon reichlich auf Straßenschildern in anderen Berliner Stadtteilen) und die namentlich profane „Entlastungsstraße“ heißt, je nachdem wo man sich auf ihr befindet, schon seit einigen Jahren „Ben-Gurion-Straße“ und „Yitzhak-Rabin-Straße“ – nur eben nicht auf diesem Plan. Ortskundige werden vermutlich noch mehr „lokale Spezialitäten“ entdecken – wer also sportlichen Fehlerfinde-Ehrgeiz verspürt, bitte hier entlang: „Die Klimainitiative der deutschen Druckindustrie“.

Wie bereits mehrfach erwähnt, weiß ich, dass einem selbst bei sorgfältigstem Korrekturlesen schnell etwas durch die Lappen gehen kann, aber diese Fehlerquote bei relativ begrenztem Terrain und übersichtlicher Textmenge ist dann doch erstaunlich.

Irgendwie erinnert das Ganze an die beliebten Suchbilder für Kinder: „Findest du die im linken Bild versteckten 10 Fehler?“

Hoffentlich haben trotz der etwas erschwerten Bedingungen alle Gäste den Veranstaltungsort gefunden und gondeln nicht noch immer durch Berlin …

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Ich sehe was, was du nicht siehst …

Zu den Eigentümlichkeiten meines virtuellen Lebens gehören „Suchbegriffe“ – egal, ob im Internet im Allgemeinen und auf Anbieterseiten im Speziellen. Meine Vorstellungen sind eher von der Alltagstauglichkeit geprägt – ich gebe Begriff ein, Anbieter macht Vorschläge. Im Großen und Ganzen funktioniert das auch zu meiner Zufriedenheit. Kürzlich machte ich aber mal wieder eine Erfahrung, die in mir die Vermutung reifen ließ, dass Suchbegriffe und Schlagworte nach dem Zufallsprinzip und nicht nach dem tatsächlichen Angebot vergeben werden.

Wer suchet …

Auf der Seite eines Kaufhauses gab ich „Whiteboardmarker“ ein (wohlwissend, dass derartige Ware im physischen Haus auch feilgeboten wird). Das Internet kam mit zwei Produktempfehlungen: 1. Ein Roller (auch Kickboard genannt) und 2. ein Skateboard (mit gruselgrünem Motiv). Beide Artikel in ihrer Range sicherlich sehr tauglich, aber irgendwie nicht annähernd für den Zweck geeignet, zu dem ich die Marker haben wollte.

Der kaufhäusliche Findefuchs ist nicht einmal halbwegs in die richtige Richtung gegangen. Es hätten ja wenigstens „Faserschreiber“ oder „Schreibwaren“ aufgezählt werden können. Nein, der kleinste gemeinsame Nenner „board“ führte schon zu großem „Hallo, da haben wir etwas ganz Tolles für Sie“. Offenbar reichte die orthografische Übereinstimmung aus,  Sinn und Verstand waren mal wieder nicht gefragt.

Vielleicht ist das Vergeben von Suchbegriffen aber auch so eine oberlangweilige Tätigkeit, dass diejenigen, die dazu verdonnert werden (gibt es etwa auch Freiwillige?!), aus ihrem Selbsterhaltungstrieb einfach nur einen ganz skurrilen Humor entwickelt haben … Ich sollte meine Suchen und die daraus folgenden „Ausgrabungen“ unter diesem Gesichtspunkt betrachten genießen.

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