Das bringt den Radler zum Überlaufen

Seit gestern weiß ich, wer beim Angebot „Große Weinaktion“ so richtig zugegriffen hat: Die Offerte war ein echter Volltreffer für viele Rad-Profis. Laut heutiger HAZ haben 6 Radler eingestanden, gedopt zu haben. Da ist das Angebot „5 kaufen, 1 gratis!“ genau aufgegangen. Wer jetzt noch feuchte Augen haben will, steht allein da. Naja, vielleicht helfen die anderen ja aus, weil sie ihr Kontingent noch nicht ganz ausgeschöpft haben …

Ich verstehe nicht, weshalb die (Tränen-)Wellen ausgerechnet jetzt so hoch schlagen. Womöglich gab es ja versehentlich einen Weichmacher und schon gehen die Gefühle durch.

Aber es wäre schön, wenn in den nächsten Wochen nicht jeden Abend ein anderer Radler mit mehr oder weniger tränenumflorter Stimme der Republik seine Dopingsünden „beichtete“. Nachrichtensendungen sollen ja was Neues bringen; Doping im Radsport, ist nicht wirklich neu. Wenn es aber nur mit einer öffentlichen Beichte geht, dann wäre eine gemeinsame große „Weinprobe“ absolut ausreichend. Nicht dass mein Fernseher wochenlang in Gummistiefeln stehen muss. Tut ihm nicht gut.

Interessant fände ich übrigens, wenn mal jemand untersuchte, in wieweit tatsächlich die Pillen/Spritzen-Caterer die Lorbeeren für die Leistungssteigerungen einheimsen dürfen. Es wunderte mich nämlich nicht, wenn einige Bestzeiten auf die Tatsache zurückzuführen sind, dass die Strampler immer hektisch versuchten, den Kontrollen zu entkommen. Quasi ein Sondertraining. Schon mal daran gedacht? Wurde der Tränenkanal gar zu früh / zu stark geflutet?

Und: Müssen die Tränen aufgefangen und als pharmazeutischer Sondermüll entsorgt werden? Hat auch wieder keiner drüber nachgedacht. Ich halte es da sicherheitshalber mit Sir Peter Ustinov als Nero im Film „Quo Vadis“: „Eine Vase für die Tränen.“

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2 Antworten zu Das bringt den Radler zum Überlaufen

  1. Lotte sagt:

    Leider geht es weiter!! Nun auch im Amateurbereich und bei den Dottores
    und, und, und. Dem Wein(en) sind keine Grenzen mehr gesetzt.
    Handelt es sich bei diesem „Ascheaufshauptgekrümel“ um einen Virus oder ist dort eine neue Beicht-Geldquelle (deren Herkunft, Sinn und Verteilermodus sich mir noch nicht erschlossen hat) ?
    Man darf gespannt sein auf die nächsten Pressekonferenzen.

  2. Susanne sagt:

    Vielleicht sind es ja so etwas wie Last-Minute-Beichten, weil sich die Radelkarriere dem Ende zuneigt und/oder die Beweisschlinge sich langsam aber sicher zuzieht oder … Und dann will man wenigstens in der ersten Reihe stehen, wo die Beichte in Fernsehshows oder ähnl. Veranstaltungen noch in bare Münze(und Scheine) umgewandelt werden kann. Gespannt warten wir auf Bücher mit Titeln wie „Als ich mich abKAPSELte“, „Es liegt mir im Blut“, „Auf der Tour de Dope erfahren“ oder „Das machen nur die Beine von Dopelores“.

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