Archiv der Kategorie ‘Rezept / Essen‘

Wo bleibt hier die Ausgewogenheit?

Sonntag, den 20. Mai 2007

waage

Gelis Kommentar zum Männersalat / Frauensalat bringt mich mit einem kleinen gedanklichen Hopser in die wundersame Welt des Zu- und Abnehmens bei Männern und Frauen:
Nimmt ein Mann zu, arbeitet er sich über die Zwischenstadien „Prinzenrolle“, „Schwimmring“, „Bäuchlein“ zum „Bauch“ hoch. Immer schön Platzgewinn im Mittelfeld. Schlimmstenfalls bis zur „Wampe“.
Nimmt Mann ab, nimmt er auch genau dort, im Bauchbereich, ab.

Wenn eine Frau zunimmt, ist sie nicht so ortsgebunden wie die Herren. Bei ihr zeigt sich ein bisschen Speck am Bauch, eine leichte Verbreiterung des Hecks und eine größere, Standfestigkeit vorgaukelnde, Stämmigkeit an den Oberschenkeln. In Menge und Ausprägung alles durchaus variabel auf der nach oben offenen Weich-und-flauschig-Skala.
Nimmt Frau ab, ist es mit ihrer gewichtigen „Multitaskfähigkeit“ schnell vorbei. Abgenommen wird nämlich zuerst am Busen. Unabhängig davon, ob an ihm vorher überhaupt zugenommen wurde.

Merkwürdigstgemeinundungerecht.

Männersalat / Frauensalat

Samstag, den 19. Mai 2007

Wo ich gerade so schön beim Thema Essen bin … Langjährige Beobachtungen im Familien- und Freundeskreis belegen, dass es geschlechtsspezifische Interpretationen des Wortes „Salat“ gibt.
Wenn ein Mann gefragt wird „Wie wär’s mit einem Salat?“, ziehen vor seinem inneren Auge sofort große Schalen auf, die mit Nudel-, Kartoffel-, Eier-, Wurst- oder Fleischsalat bis über den Horizont gefüllt sind. Alle in der extrem gehaltvollen Variante „mit Mayo“. Ein guter Salat muss erst mit viel Muskeleinsatz aus der Schale gestemmt werden, um dann mit einem satten Blotsch vom Löffel auf den Teller zu klatschen.
Erkennbar sind Männersalate auch am Instrumentarium fürs Umfüllen – es genügt 1 Löffel (nicht zu klein). Durch die Mayonnaise entwickeln die Salatbestandteile nämlich eine gewisse Neigung zur Feststoffbildung, was einen zweiten Löffel oder gar ein Salatbesteck absolut entbehrlich macht. Die zutatenbedingte Formbeständigkeit lässt den Salat aber auch nach längerer Zeit jung aussehen. Aufgrund ihrer Zusammenstellung erscheinen Männersalate insgesamt etwas monochrom.
Die Frau denkt womöglich auch an die o.g. Salate, aber in ihrer Salatvorstellung ist immer ein hoher Anteil an Grünzeug enthalten (nicht nur Dekopetersilie und ein paar Gürkchen). Wenn ihr nicht sowieso gleich eine Schale voller „Merkwürdigkeiten“ wie Feldsalat, Kürbiskerne, Rucola, Fenchel, Tomaten u.ä. vorschwebt. Alles mit einem leichten Dressing. Wo es passt, auch gern noch ein bisschen gehobelter Parmesan.
Zum Portionieren müssen 2 Löffel bzw. ein Salatbesteck verwendet werden, da die Leichtigkeit und die wenig adhäsive Neigung der Bestandteile den Salat etwas rutschig machen. Leider ist der Frauensalat optisch nicht sehr alterungsbeständig. Die Zutaten fallen recht schnell zusammen und verlieren meist ihr gesundes Aussehen. Aber wenn sie an den Start gehen, sind sie echte Hingucker auf dem Tisch.
Es hat also alles seine Vor- und Nachteile …
Ich habe allerdings auch bei den Salat-Essern schon Grenzgänger gesichtet: Männer, die viel Grünzeug essen. Manche sogar freiwillig, gänzlich ohne Bedrohung.
Frauen, die hellsoßigen (da ist aber mit Sicherheit etwas Joghurt drin!) Nudelsalat lieben, dazu noch eine Frikadelle. Leckerst!

Bärenstarke Sache

Freitag, den 18. Mai 2007

Morgen wird gemeistert in der Fußball-Bundesliga. Ich bin ja bekennende Unsportlerin, doch auch ich habe einen Beitrag zur Meisterfeier:

2 l grüne Götterspeise machen, dabei aber die Pulvermenge für 4 l nehmen, damit sie richtig fest wird; Zuckermenge wie für 1 l = 16 Esslöffel, damit man keinen Zuckerschock bekommt und einem die Zähne nicht mit „Blitzkaries“ perforiert werden.
Alles in eine Auflaufform gießen und kalt stellen. Auf den festen kalten Pudding mit zerlassener weißer Kuvertüre das Spielfeld aufmalen. Ich habe dazu eine Flasche für Haartönung genommen (ungebraucht natürlich!), die hat so einen praktischen Rüssel zur Feindosierung. Zügig arbeiten, bevor die Kuvertüre in der Buddel versteinert und alles verstopft. Keine Angst: Falsch gemalte oder verwackelte Linien kann man einfach hochnehmen, wenn die Kuvertüre fest ist – und das wird sie auf dem kalten Pudding umgehend. So nascht man sich zum korrekten Spielfeld.
Dann noch Fähnchen aus gelbem Papier (Haftnotizzettel sind hervorragend geeignet) und Zahnstochern basteln und in die Ecken pieksen.
Jetzt kommt der grausame Teil: Damit die Gummibären-Mannschaften sicher auf dem Feld stehen, werden ihnen kleine Holzpflöcke (halbe Zahnstocher) in den Po gesteckt. (Ich will zu diesem Teil des Rezeptes keine Kommentare bekommen … Vielen Dank! :-) )
Ab auf den Platz mit der Truppe.
Die Schiedsrichter sind übrigens Lakritzbären, die Rolle des Balles übernimmt eine Kaugummikugel oder eine Zuckerperle (da stimmen dann auch die Proportionen).

Wahre Künstler stürzen den Pudding (nach Möglichkeit vor der Dekoration …) noch auf eine Platte, damit man die grüne Pracht ganz sieht – dann kann man mit den restlichen Teddys auch noch eine Publikumskulisse schaffen. Dazu die Bären nett drapieren und nicht einfach nur um das Spielfeld herum streuseln … sonst sieht es aus, als wäre das Publikum schon vor dem Anpfiff sturztrunken.

Und jetzt flott losgelegt, der Glibberpudding soll noch fest werden, damit die Mannschaften nicht im „Treibrasen“ versinken.

fusball.jpg