Archiv der Kategorie ‘Be-Merkwürdiges‘

Schreck lässt nach

Montag, den 25. Mai 2009

Ich habe entdeckt, dass demnächst ein Supermarkt bei mir “umme Ecke rum” aufmacht. Puhhh, jetzt bin ich wirklich erleichtert: Seit Mitte letzten Jahres mein nächstgelegenes Einkaufstempelchen für den täglichen Bedarf geschlossen worden war, lebe ich näher an zwei Bestattungsunternehmen als an einem Supermarkt. Diese Tatsache hat mir einen ordentlichen Schreck verpasst und zu häufigerer Blutdruckkontrolle geführt. Man soll das Schicksal schließlich nicht rausfordern …

Die Ansiedlung eines neuen Marktes beruhigt mich ungemein – offenbar hat die Auswertung der Gesundheitsdaten der hier ansässigen Menschen doch noch Grund zu kaufmännischer Hoffnung gegeben. Ich werde also umgehend nach Eröffnung dort vorstellig werden, um durch fröhliches Einkaufen die in mich als Konsumenten gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Sonst siedelt sich hier demnächst womöglich ein Urnentöpfer an. Nichts gegen seine Ansiedlung – von mir aus zusätzlich zum Supermarkt, aber nicht anstelle!

Sticheleien …

Samstag, den 2. Mai 2009

Was macht eine Illustratorin, die gern handarbeitet, aber keine Stoffe und Stickmuster findet, die ihr gefallen?! – Genau, sie entwirft sie selbst. „Gesacht – gemacht“ und jetzt ist es auch im Internet soweit: Meine Freundin Anja hat die Homepage für ihr jüngstes Kreativ-Kind aktiviert. Gratulation!!

Unter dem Label „Anja Rieger Design“ haben kleine Gemeinwesen das Licht der Welt erblickt, die köstlich un-betulich sind. Fans des schrägen Humors können durch diese Entwürfe an die Nadel geraten … Die meisten Stickmuster sind zwar für Maschinisten, aber sicher können auch talentierte Handwerker was damit anfangen.

In ihrem Blog ist u.a. eine handgenähte Tasche abgebildet, für die sie sogar Stoffe selbst bedruckt hat.

Ich bin ganz begeistert. Vielleicht sollte ich doch mein großes Handarbeitstrauma abarbeiten: Während meiner frühen Schuljahre mussten wir als eine der ersten Näharbeiten aus Karostoff kleine „Kleidchen“ für uns nähen. Am Tage der Präsentation guckten aus sackartigen, ärmellosen Hängerchen unsere staksigen Ärmchen und Beinchen heraus. Unglaublich unkleidsam. Im Schulzimmer sah es aus, als wenn eine Geschirrtuch-Kollektion plötzlich Beine bekommen hatte. Brrrrr.

Dieses Erlebnis und weitere Misserfolge an der Nähmaschine (wer schon mal beim Einnähen eines Jeansreißverschlusses eines der Hosenbeine mit angenäht hat, weiß, wovon ich schreibe) haben in mir den Entschluss reifen lassen, dass ich meine Sticheleien vielleicht doch besser mit 26 Buchstaben als mit einer Nadel mache.

Aber die kleinen Unwesen von Anja reizen mich schon!

Vom Osterhasen versteckt?!

Dienstag, den 14. April 2009

krimi_maschsee.jpg
Was wäre festliche Faulenzerei ohne etwas zu Lesen? Innerhalb unseres familiären Krimi-Lesezirkels bekam ich ein Buch in die Finger, das ich schon seit einiger Zeit lesen wollte.

Lag es nun am Osterfest und den damit einhergehenden Versteckspielen – ich war offenbar noch voll auf “Suchen & Finden” programmiert. Auf dem Klappentext entdeckte ich “… Grabmahl …”. Eine neue Bedeutung für “Leichenschmaus”? Nein, ein ganz profaner Schreibfehler – im Buch-Innenteil war nämlich immer ganz korrekt vom Grabmal die Rede. Ich finde den Satzfehler nicht dramatisch, ganz im Gegenteil: Mich entzückt das sich daraus ergebende Wortspiel ganz ungemein (auch wenn es in mörderischem Zusammenhang steht).

Uuuuuund … hat schon jemand entdeckt, von welchem Buch hier die Rede ist?! Ich bin gerade auf Seite 52 gelandet und es liest sich sehr nett.

Bed Peace & Kissenschlacht

Mittwoch, den 25. März 2009

Vor genau 40 Jahren verzogen sich John Lennon und Yoko Ono für eine Woche ins Bett ihrer Suite im Amsterdamer Hilton-Hotel um für den Frieden zu demonstrieren. Schlafanzüglich ganz in Weiß empfingen sie die Presse, das “Bed-in” war geboren.

Wenn ich heute so auf die Welt gucke, kann ich nur sagen: Es ist Zeit für ein neues Bed-in. Wie das mit dem Frieden geht, haben wir ja immer noch nicht gelernt – also, rein in die Federn und nachsitzen (wohl eher nachliegen). Denn: Wer im Bett liegt, lässt sich maximal zu einer Kissenschlacht hinreißen und die einzigen, die dabei zu Schaden kommen können, sind Nachttischlampen, Keksschalen, Tassen und Brillen.

Und das Wetter ist im Moment sowieso eher zum Decke über den Kopf ziehen. Passt also alles wunderbar zu einer Neuauflage des 69er Bed-ins. Friedensgespräche der schönsten Art. Ach, John Lennon fehlt wirklich. Der Mann hatte einen Blick für das Wesentliche!

Obskures aus der Kamera (Teil 1)

Sonntag, den 1. Februar 2009

Es ist schon erstaunlich, was sich so alles auf der Speicherkarte meiner Kamera findet. Immer wenn ich etwas für mich Merk-würdiges entdecke, zücke ich die Kamera und kellere es in Pixelform in der Tiefe des Kartenspeichers ein. Voraussetzung ist natürlich, dass ich die Kamera dabei habe – daran scheitert mein toller Plan der schnellen Aufnahme leider häufig. Ich habe tatsächlich schon in Erwägung gezogen, mir ein Handy mit Kamera zuzulegen. Aber ich liebe meinen alten Hör-/Sprechknochen zu sehr, als dass ich ernsthaft über eine Trennung nachdenke.

Nach und nach werde ich jetzt die Ergebnisse meiner optischen Beutezüge verbloggen.

Rotlichtbezirk …Auf diesem Bild aus der Vorweihnachtszeit ist die Ernst-August-Galerie am hannoverschen Bahnhof zu sehen. Während ich auf den Überweg zumarschierte, hatte ich Probleme, das rote Ampelmännchen zu entdecken. Es musste aber noch irgendwo sein, da die Fußgänger mit Blickrichtung Hauptbahnhof an der Ampel warteten. Aus meiner Sicht überstrahlte die rote Beschriftung in Kombination mit roten Deko/Werbung das kleine Männchen völlig. Ich habe mich gefragt, ob an der Kreuzung die Unfallrate mit Passanten gestiegen ist, seit der Eröffnung dieses Einkaufstempels?!

Und hier noch Auflösung des Suchbildes: Das rote Männchen steht im grünen Kreis. Leider ist der Kreis als Orientierungshilfe nur auf diesem Bild und nicht live an der Ampel …

Es dreht sich, es dreht sich nicht …

Donnerstag, den 11. Dezember 2008

Ich liebe Logik-Fragen, Wort- und Zahlenspiele, Um-die-Ecke-Denk-Sachen und ähnliches Hirnwindungs-Spielzeug. Im diversifizierten Angebot eines großen Kaffeehauses entdeckte ich ein PC-Spiel, das den vollmundigen Titel „Gehirnjogging“ hat. In der Unterzeile heißt es „Der Power-Trainer für die ganze Familie“ und noch weiter unterzeiliger steht „Logisches Denken – Räumliche Wahrnehmung – Konzentrationsfähigkeit – Lernstrategien“.

Und es bewegt sich doch … nichtPlötzlich meldete sich meine eingebaute Plausibilitätsprüfung (die kann einem manchmal echt den Tag vermasseln – manchmal auch retten): Wie gut kann ein Spiel sein, das seinen Anspruch/Daseinszweck schon mit der Titelabbildung ad absurdum führt? Die abgebildeten Zahnräder greifen zwar wunderbar ineinander – im Ernstfall funktioniert die Konstruktion aber nicht. Sie blockiert. Da dreht sich nix.

Vielleicht hätte der zuständige Produktmanager mal ein Löffelchen seiner eigenen Medizin schlucken sollen, sprich: die CD ausprobieren sollen. Mit einer leichten Verbesserung des logischen Denkens, der räumlichen Wahrnehmung und vielleicht auch noch der Konzentrationsfähigkeit hätte er sicher bemerkt, dass eine Zahnräder-im-Kreis-Bastelei nur funktioniert, wenn es eine gerade Anzahl von Zahnrädern ist (ergibt sich einfach so, da ein nach rechts drehendes Rad seinen Nachbarn nach links bewegt, rechts, links, rechts, links usw.).

Oder er hat die CD ausprobiert und der Fehler im Titelmotiv ist ihm trotzdem nicht aufgefallen. Mal ehrlich, zu was taugt das Spielchen dann?! Mir scheint, dass mein Sitzsack-Gehirn auch ohne seilhüpfende Synapsen und walkende graue Zellen noch ausreichend beieinander ist.

Zum einen Ohr rein …

Montag, den 10. November 2008

Ich entwickele mich langsam zum “Verhör-Spezialisten”:
Vor ein paar Tagen lief in meinem Fernseher der Trailer zu einer Serie. Natürlich wurde diese Serie auch besungen. Der Refrain lautete in meinen Ohren “(dideldidel) … dann kam die Sahne … (dideldi usw.)”. Schwupps, schon war ausgesungen und ich saß ratlos vor dem TV-Apparat.
Dieser Text machte ja irgendwie gar keinen Sinn, es sei denn, der Trailer wäre für eine Sendung wie “Abgeschöpft” (Themen aus der Wirtschaft) oder “Rührselig” (neue Fernsehköcheleien).
Ich nahm mir vor, die nächste Werbeeinblendung aufmerksamer zu verfolgen. Wie nicht anders zu erwarten, verging nicht viel Zeit mit Filmware und es wurde wieder eigenwerblich gesungen. Da ich diesmal angestrengter hinhörte und auch zuschaute, erschloss sich mir der tatsächliche Wortlaut “… dann kam die Sonne …”. Aha, das machte inhaltlich durchaus mehr Sinn.

Habe ich einen Knick im Gehörgang oder ist ein “O” womöglich schwieriger zu singen als ein “A”?
Bislang habe ich noch kein derartiges Hörproblem bei mir feststellen können. Sowohl das köstliche “ottos mops trotzt” (bis er kotzt) von Ernst Jandl als das nicht minder begeisternde “Otto holt große rote Rosen” von Loriot gingen problemlos durch bis zum Hirn – wo dann große Begeisterung in der Sprachregion, Abteilung Humor, erzeugt wurde.

Letztlich habe ich jedoch festgestellt, dass ich nicht zur Zielgruppe der Fernsehserie zähle (puuhh, da bin ich schon froh), was also den Kontakt mit meinem “Verhörkandidaten” auf zufällige Werbebeschallung beschränkt. Sorgen um mein Hör(un)vermögen wurden damit erstmal vertagt.

Ich fahre mal eben telefonieren …

Dienstag, den 4. November 2008

Hier in Hannover-Stadt sind wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht komfortabel bedient. Neulich habe ich mich gefragt, ob der Personen-Nahverkehr dieser Stadt aus einer Kooperation der Üstra (stellt Busse, Bahnen, Fahrpersonal, Kontrolleure, intakte & defekte Fahrkartenautomaten) und diverser Telekommunikationsfirmen besteht. Die hiesigen U-Bahnen scheinen immer mehr zu mobilen Telefonzellen zu werden: Einsteigen, Telefon rausholen, Nummer tüpfeln und reintrompeten, dass man problemlos von einer afrikanischen Elefantenherde adoptiert würde.

Ich bin froh um jedes Telefonat, das ich nicht in einer lauten Bahn unter den Blicken der Umstehenden führen muss. Mir ist es immer noch eher unangenehm, wenn mein Hörknochen in der Tasche losfiedelt, und ich sage entweder kurz und knapp „Ich rufe gleich zurück.“ oder verlasse fluchtartig an der nächsten Haltestelle den Wagen, um das Gespräch zu führen. Andere sind ja völlig befreit von irgendwelchen Skrupeln gegenüber ihrer Umwelt; da gehört es offenbar zum Lifestyle, im Waggon zu telefonieren – ohne Publikum geht gar nix.

Und was man da teilweise bei längeren Telefonaten als Co-Hörer zwangserfährt – das will man kaum von Freunden wissen, von Fremden schon gar nicht (liebe Mitreisende, die Beschreibung des Öffnungsstadiums eines Muttermundes einer ihnen bekannten Mama in spe muss doch nun wirklich nicht in der Lautstärke mit der Haltestellen-Ansage konkurrieren!).

Ehrlich gesagt, bin ich geradezu dankbar, dass ich nur die eine Hälfte derartiger Gespräche mitbekomme(n muss) und noch ehrlicher gesagt: Ich könnte auch auf diese Hälfte gut verzichten.

Suche – biete …

Donnerstag, den 23. Oktober 2008

Vor einiger Zeit bekam ich ein Buch geschenkt (ja, ja, ich weiß, ich habe doch schon eins …): „Das Moor des Vergessens“ von Val McDermid. Es ist ein Kriminalroman (naja, es kommt zumindest eine Leiche drin vor) und – im Gegensatz zu den meisten Büchern, die ich mir selbst schenke – mit Hardcovereinband und Schutzumschlag. Also etwas richtig Schönes.
Am Wochenende gönnte ich mir zu einer Tasse Kakao (aus Schokoraspeln selbst geköchelt) und einem kuscheligen Sofasitzplatz eine ausgiebige Leseeinheit. Leider kam es auf Seite 128 zu einer außerplanmäßigen Unterbrechung: Die Seiten 129–160 fehlten! 32 Seiten einfach nicht da.

Ich wage zu bezweifeln, dass es sich um einen besonderen Werbe-Einfall des Verlages handelt, denn im Plot geht es keinesfalls um verschwundene Manuskriptseiten. Außerdem hat man zum Ausgleich die Seiten 161–192 doppelt eingebunden. Deshalb sieht man von außen auch keinen Unterschied zu den „richtigen“ Büchern, ist ja alles aufgefüllt.

Bevor ich jetzt an den Verlag herantrete und um die fehlenden Seiten bitte bzw. den Austausch des kompletten Buches, hier meine Bitte: Falls einer meiner Blogleser das vollständige Buch hat bzw. den Besitzer kennt, in dessen Buch die Seiten 161–192 fehlen, dafür aber die Seiten 129–160 doppelt vorhanden sind – bitte melde dich! Wir können das „seitliche Houdini-Phänomen“ sicherlich ohne höhere Verlagsinstanz in Eigenregie lösen.

Ablauf der Meldefrist ist der 1.11.2008, danach frage ich beim Verlag nach, ob irgendwer mal flott die mir fehlenden Seiten durchkopieren und mir schicken könnte – schließlich will ich wissen, ob die gefundene Moorleiche Fletcher Christian ist (der Meuternde von der „Bounty“) oder nicht.

Großstadtdramen?!

Dienstag, den 30. September 2008

Als ich vor ein paar Tagen nach Hause kam, stand unsere Hausmülltonne in folgender Ausstattung vor mir:

p9230215_tonne.jpg

War es eine Verzweiflungstat eines oder einer Beziehungsgeschädigten?
Welche Dramen haben sich da womöglich unter dem schützenden Dach unseres Mehrfamilienhauses abgespielt?
Vielleicht ist es aber auch nur das „Kunststück“ eines Menschen mit herrlich skurrilem Humor. Sollte diese Meinungsäußerung aber tatsächlich Ergebnis einer Krise sein, so hoffe ich, dass dieselbe mittlerweile überstanden ist. Das Schild war jedenfalls nach zwei Tagen weg und in der Tonne befand sich nur ganz normaler Müffelmüll – wofür ich in diesem speziellen Fall wirklich dankbar war.

Zu der ungeklärten Entstehungsgeschichte gesellten sich bei mir natürlich noch die Fragen:
Gibt es Schilder mit einem männlichen Piktogramm, wenn ja, wo? (Ich bin mir sicher, dass der Bedarf nicht gering ist!)
Weshalb stand der Entsorgungshinweis eigentlich nicht auf der Biotonne?

P.S. Ich bitte die miese Bildqualität zu entschuldigen, aber es war schon stickeduster.