Kein Wischi-Waschi
Mittwoch, den 29. Juni 2011Es zeichnete sich schon seit einiger Zeit ab, dass sie es nicht mehr lange machen wird. Vor ein paar Tagen war es dann soweit, meine Waschmaschine segnete das Zeitliche. Ein neues Modell zeigte sich zwar schon am Horizont des Wäschekorbes ab, aber die Zeit bis dahin …
Ich suchte nach einem Waschsalon. Meine – zugegebenermaßen viele Jahre alten – Erinnerungen an derartige Etablissements sind nicht besonders positiv. Meist waren es Orte bar jeglichen Wohlfühlanspruches – grelles Neonlicht, Mobiliar, das sich eher an Haltbarkeit denn an Bequemlichkeit orientiert, kurz: Eine Einrichtung, die die Pflegeanleitung „Problemlos mit dem Dampfstrahler zu reinigen“ trägt.

Aber die Zeiten haben sich geändert, zumindest bei den Waschweibern. Hier kann man, während man darauf wartet, dass sich die Wäsche sauber turnt, lecker essen und trinken.

Bei schönem Wetter sitzt man draußen, ansonsten macht man es sich drinnen nett, wirft zwischen Flammkuchen und Latte Macchiato die Wäsche von der „Ria“ in den „Nick“ und lässt es sich gut gehen.

Die diensttuenden Waschmaschinen sind Persönlichkeiten. Jedenfalls tragen sie Namen, wie Esmeralda, Sotiria oder auch Beatrice, Wäsche trocknen ist hier absolute Männerarbeit, die Trockner heißen bspw. Nicolas oder Siegfried. Da kommt ein völlig neues Verbundenheitsgefühl zu den Gerätschaften auf.
Das Publikum ist bunt gemischt, hinter der Theke stehen fröhliche Leute, die Neulingen gern den Umgang mit dem Maschinenpark zeigen und sich schnell um das Bestellte kümmern.
Und sonntags ab 20:15 Uhr – wenn alle Waschmaschinen und Trockner schon schlafen – wird gemeinsam „Tatort“ geguckt. Dann ist die Zeit der weißen Westen vorbei …


Gestern kam ein Umschlag mit einer neuen Plastikkarte. Offenbar ist mit dem Ablaufdatum der alten Karte auch mein Leben als „Frau H. aus H.“ abgelaufen, denn ich wurde sowohl im Adressfeld als auch in der Anrede mit „Herr H. aus H.“ angesprochen. Erfreulicherweise darf ich meinen Vornamen Susanne weiterführen. Was die Kombination allerdings noch skurriler wirken lässt. Erinnert ein bisschen an die Textzeile in dem Song von Johnny Cash „Boy named Sue …“
Hier im Blog aber geht es ausschließlich um den Lesefluss. Unglücklicherweise ist dieser sehr schnell mit den verzwackelten Jungs-Mädels-Kombinationen aufzustauen. Allein den Artikel „G8 entspannt gem8“ hätte ich locker um mehrere Zeilen verlängern können durch Staatsdiener / Staatsdienerinnen, Polizisten / Polizistinnen, Gefängnisausstatter / Gefängnisausstatterin usw. usw. Damit wäre zwar der sprachlichen Gleichberechtigung genüge getan, aber der Lesefluss würde nur noch mühsam von einer Staustufe zur nächsten plätschern.