Fisch am Freitag (4)

23. Juli 2010

Mein Freitagsfisch wohnt in einem Meeres-Aquarium. In großen Röhren können die Besucher bequem durch eine faszinierende Unterwasserwelt wandern - man hat mehr das Ich-bin-dabei-Gefühl als beim Angucken eines normalen Aquariums, was “fischophile Tauchophobiker” besonders freut. Ganz Faule können sich sogar auf ein Transportband stellen und werden gemächlich durch die Röhren gezockelt.

Ein Rochen machte es sich auf einer Röhre bequem und zeigte uns entspannt sein Bäuchlein.  Manchmal schien nicht ganz klar, wer hier eigentlich wen beguckte: Mensch <=> Fisch oder Fisch <=> Mensch. Ich hatte jedenfalls das große Glück, dass mit einem Mal ein nach meinem persönlichen Knorpelfisch-Maßstab ziemlich großer Hai direkt über mir entlangschwamm. Sehr beeindruckend! Ich zog die Kamera mit und fertig war eine Aufnahme, die ein bisschen an den Film “Jaws / Der weiße Hai” erinnert (kurz bevor die Nebendarsteller verschwinden …).


Andere Freitagsfische sind wieder bei Anja Rieger im Net(z) zu finden.

Fisch am Freitag (3)

16. Juli 2010

Der heutige Fisch kommt als Frucht daher. In der Biologie heißt dieser Versteckversuch eines Tieres „Phytomimese“ (bspw. sehen manche Raupen wie ein toter Ast aus oder eine Schreckenart wie ein Blatt usw.). Mit all diesem „Make-Up“ versuchen Tiere Fressfeinden zu entkommen – ich wüsste jetzt auf Anhieb auch kein Tier, dass einen toten Ast auf dem Speiseplan hat.

Auf die Idee zu kommen, sich als äußerst leckere Birne zu verkleiden (man schmeckt kein bisschen Fisch heraus und Gräten gibt es auch keine), halte ich allerdings für eine absolut misslungene gelungene Tarnung. Sehr ungeschickt liebe Forelle, damit wird die Zahl der Fressfeinde doch noch um Vegetarier erhöht

Mehr zum Thema Fisch wie jeden Freitag bei Fischers Fritze Riegers Anja.

Fisch am Freitag (2)

9. Juli 2010

Nixe am Strand – ist partiell zwar ein Nix-Fisch und außerdem auch noch an Land, ich versuche sie aber trotzdem in den Fisch am Freitag einzuschmuggeln.
Dieser „Goldfisch“ thront auf dem Dach eines Pavillons auf der Strandpromenade von Borkum. Zusammen mit einem sensationellen Sonnenuntergang erfreute Frau Nixe letzten Freitag alle Strandbesucher; und das waren gefühlte Drölfzigtausend – hatten aber alle prima Platz und wurden auch bestens mit Kaltgetränken versorgt!

Mehr Fisch/Meer-Fisch gibt es wie jeden Freitag bei Anja

Fisch am Freitag …

25. Juni 2010

Ein wasserscheuer Fisch – absolut von Pappe: das ist mein Beitrag zum Freitagsmenü.
Bei einem gemütlichen Einkaufsstöbern habe ich diese netten Serviettenringe entdeckt. Jeweils zwei Ringe und zwei Fische sind vorgestanzt auf einer Karte (ein Set enthält 3 Karten), lassen sich auch von Menschen mit zwei linken Bastelhänden erst raus- und dann zusammendrücken. Künstlerisch Begabte können natürlich Ring & Fisch noch nett gestalten. Hungrige rollen einfach die Serviette, schieben sie durch die Braunpappe und setzen sich zu Tisch/Fisch. Guten Appetit!
Ein wahrer Fischers Fritze ist übrigens hier zu finden – jeden Freitag wird Frischfisch angelandet

Ich kam, saß und hatte Spaß

30. Mai 2010

Ich war in der letzten Woche mehrmals mit der Deutschen Bahn unterwegs und hatte – wie schon so oft, was aber von anderen immer angezweifelt wird – Spaß während der Fahrten. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mein Vergnügen in relativ schlichten Begleiterscheinungen finde (nein, dreckige Waggonböden mit klebstoffähnlicher Haftkraft, Mobilfon-Nutzer/innen, deren Lautstärke jeden Fischmarktverkäufer vor Neid erblassen lässt u.ä. zählen nicht dazu).
Die jüngste Freude meinerseits bescherte die Rückenlehne des Sitzes vor mir, denn sie hatte mich gleich ganz fröhlich „angelächelt“:

Und wenn man an der „Sitznase“ dreht, hält die Lehne einem sogar hilfsbereit ein Tablett entgegen.
Das nenne ich mal eine auch aus PR-Sicht durchdachte Innenausstattung: Wer mag da trotz reichlich aufgesammelter Verspätung noch garstig werden, wenn einem während der gesamten Fahrt so ein freundliches Möbel gegenübersteht?

Auch die Plakat-Aktion „Gutes Essen, böses Essen?“ zu zwei neuen Spezial-Beilagen der ZEIT über die richtige Ernährung hat mich begeistert – vornehmlich weil ich sie im Hauptbahnhof von Essen entdeckte. Direkt neben dem Bahnhofsschild „Essen“ …

Im Zuge der „Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ gehe ich natürlich davon aus, dass es sich zumindest innerhalb der Stadtgrenzen nur um „Gutes Essen“ handeln kann. Alles andere wäre doch wenig werbewirksam.

Aber nicht heute …

24. April 2010

Als ich vor einiger Zeit Geburtstag hatte, bekam ich von einer Parfümerie meines Vertrauens folgenden Hinweis per E-Mail:

Unglaublich, da fühlte ich mich frisch und fröhlich, war bereit meine Gäste zu begrüßen und dann das. Lebte ich mit einem verzerrten Selbstbild und war womöglich kurz davor, meinen Gästen scheckig pigmentiert wie das Pferd von Little Joe (nur eben nicht so kuschelig) gegenüberzutreten? Es klingelte – zu spät, noch einen Rückzieher zu machen.

Bei meinen Gästen sorgte die Geschichte für ausgelassene Heiterkeit. Beteuerungen wie “Na, sooo schlimm ist es nun doch noch(!) nicht.” oder gar “Ach, wir werden ja auch älter und dann lässt die Sehkraft nach.” waren zwar nicht ganz das, was ich hören wollte, aber letztlich siegte auch bei mir der Sinn für Situationskomik. Trotzdem: Ausgerechnet zum Geburtstag so eine Mail.

Die Glückwünsche und Mails aus dem Kreise der Lieben waren übrigens wesentlich schöner. Vielen Dank! Ich denke, besagte Parfümerie, die um meinen genauen Geburtstag weiß, könnte vielleicht einen Sensibilitätsfilter beim Mailversand einbauen.

Steinzeit & flotte Feger

27. Februar 2010

Als bekennende und sehr aktive Nicht-Sportlerin hält sich auch mein Interesse an Sportübertragungen im Fernsehen in Grenzen. Die Wettbewerbe der olympischen Winterspiele in Kanada sind daher nicht bestimmend für meinen Tagesplan, sondern laufen eher zufällig über meinen Fernsehschirm. Eine Sportart hat aber meine Aufmerksamkeit geweckt: Curling

Speziell das Equipment hat es mir angetan:
Der Curlingstein wiegt ca. 18 kg und besteht aus poliertem Granit. Auf seiner Oberseite befindet sich ein Handgriff, der nicht nur dem Transport, sondern auch der Steuerung dient (Curlrichtung). Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Bügeleisen ist nicht zu übersehen.

Gespielt wird auf einer gut 45 m langen Eisbahn:
Sobald der Spieler in einer Art Kniefall mit Rutschpartie den Stein in Richtung Ziel aus der Hand gelassen hat, gibt er (für Außenstehende nicht unbedingt verständliche) Anweisungen an seine Mitspieler, die jeweils mit einem Besen bewaffnet sind und als flotte Feger vor dem Stein rumfuhrwerken, wenn der Lauf verlängert werden soll (energisches Beseln schafft einen Wasserfilm auf dem Eis und erleichtert so dem Stein die Fahrt).

Ich war ganz erstaunt, wie feinfühlig Curling-Spieler den Stein auf seine Reise ins Ziel (= Haus) bringen. Aus spieltaktischen Gründen setzen sie ihn als Guard auch mal in den „Vorgarten“ besagten Hauses, um bereits darin befindliche eigene Steine zu schützen bzw. versuchen gegnerische Steine (es spielen immer zwei Mannschaften gegeneinander auf einer Bahn) aus dem Haus zu schubsen.

Am interessantesten fand ich jedoch, dass Herren*, die bei anstehenden Hausarbeiten Besen und Bügeleisen gern weiträumig umfahren, Variationen dieser Geräte gern und geschickt bedienen, wenn die zu verrichtende Tätigkeit als Sport verkauft wird.

Meine Bitte an die entsprechenden Hersteller: bringt doch mal einen Bügelbrettbezug mit Curlingbahnbedruckung auf den Markt. Und ein Bügeleisen in Curlingstein-Optik (die arbeitserleichternde Spitze sollte aber erhalten bleiben). Und einen Besen, der es in Aussehen und Stabilität mit einem Curlingbesen aufnehmen kann.

Ich kann es kaum erwarten, den ersten Herrn im Tiefflug ans auf Kniehöhe eingestellte Bügelbrett schlittern zu sehen, wo er die Falten auf Hemden und Hosen mittels Curlingeisen aus dem Haus befördert.

*ja, ich weiß, dass es auch Männer gibt/geben soll, die von Bügeleisen und Besen nicht lassen können – sollten diese Exemplare noch Kapazitäten haben, könnte gerade in Zeiten des drohenden Frühjahrsputzes der Aufbau eines mobilen Plätt- & Putzteufelchen-Geschwaders in Erwägung gezogen werden …

„Erleuchtung“ für alle

11. Januar 2010

Bis Weihnachten habe ich relativ wenig Probleme damit, dass es spät hell, aber früh wieder dunkel wird. Schließlich gibt es während der Vorweihnachtszeit allerlei kerzenbeschienene Aktivitäten, die mich ablenken. Allerspätestens ab Silvester jedoch nervt mich dieses Tappen im Dunkeln verstärkt. Dann ist ein neues Jahr und das möchte ich mir gern im Hellen angucken.

Erfreulicherweise expandieren ja jetzt die Sonnenlichtstunden pro Tag (klappt auch, wenn die Sonne sich bedeckt hält). Kürzlich habe ich eine “Licht an – Licht aus”-Seite entdeckt, auf der man mittels Eingabe von Längen-/Breitengrad die Entwicklung für genau diesen Standort verfolgen kann. Ich finde es toll, nachzugucken wie die Lichtverhältnisse an anderen Orten auf der Welt sind. Aber besonders gern gucke ich natürlich, wie viele „Lichtminuten“ es hier wieder mehr geworden sind – vom Zwergtag 22.12.2009 bis heute ist das kleine Tageslicht um sage und schreibe 25 Minuten gewachsen!

Ich wünsche allen ein schönes 2010 – zu jeder Tages- und Nachtzeit …

Innenstadtbelebung der anderen Art

20. Dezember 2009

Die Üstra bietet in der Weihnachtszeit eine temporäre Unterbringung für Einkaufspakete an, so dass der Beutezug durch die Geschäfte ungehindert fortgesetzt werden kann und an einigen Stellen kann man seine Kinder in qualifizierte Kurzzeitbetreuung geben. Was aber macht frau mit Männern, die leichtfertig erklärt haben, dass sie mit zum Einkaufen in die Stadt kommen?! (Putzigerweise fällt beiden erst ein, dass es ihnen schon im letzten und vorletzten und vorvorletzten Jahr nicht gefallen hat, gemeinsam durch die diversen Einkaufstempel zu ziehen, wenn sie wieder vor einer Ladentür stehen.)

Dieses Jahr bietet Hannover Frauen eine besondere Form der Männeraufbewahrung an: Seit Wochen wird das alte Kröpcke-Center sorgfältig in Trümmer gelegt. Da etliche Außenwände bereits entfernt wurden, sind die kleinen Bagger in den oberen Geschossen wunderbar bei ihrer Arbeit zu beobachten. Ich kam bei verschiedenen Durchquerungen der Innenstadt in den Genuss des Anblicks zahlreicher Herren, die -mit Kommentaren nicht sparend- den organisierten “Steinbruch” verfolgten. Insgeheim hoffen bestimmt einige darauf, dass ein hauptamtlicher Baggerfahrer unpässlich ist und ein Herr aus dem Publikum um tatkräftige Mithilfe gebeten wird, um den Zeitplan des „Rückbaus“ (neuarchitektonisch für Abriss) einhalten zu können.

Abenteuerspielplatz für Große

Also, platzieren Sie Begleitherren beim Kröpcke-Center – das Kind im Manne wird sich freuen und sogar ein Überziehen der vereinbarten Abholzeit klaglos hinnehmen. Wenn die weiteren Umbauarbeiten auch so publikumsfreundlich gehalten werden, wird die Innenstadt noch auf die Top-Five-Liste hannoverscher Ausflugsziele kommen. Vielleicht liegt hier der Schlüssel zur Steigerung des Umsatzes im Einzelhandel, einer Verbesserung der Arbeitssituation im Baugewerbe und der Befriedung kleiner innerfamiliärer Einkaufskonflikte.

Die Stadtplaner sollten sich schon mal Gedanken machen, welche städtebaulichen „Versteinerungen“ im Anschluss an das Kröpcke-Center „umdekoriert“ werden sollten.

Navigations-Update für Öffis

17. Dezember 2009

Die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra zeigen mir gerade, dass ich “Besitzerin” eines Gewohnheitstieres bin: Kaum verändern sie nach gut 30 Jahren ein paar Haltestellen- und Stadtbahnlinien-Namen, stehe ich wie ein Fragezeichen auf dem Bahnsteig.

Die altbekannte Haltestelle “Lahe” der Linie 3 heißt seit neuestem “Paracelsusweg” und die Linie ist jetzt die 7 (welche bis vor kurzem noch zur Endhaltestelle “Fasanenkrug” fuhr, diese Haltestelle gibt es immer noch, sie wird allerdings von der Linie 9 heimgesucht). Um meine Verwirrung zu komplettieren, ist die neue Endhaltestellenbezeichnung der Linie 7 in den Bahnstationen schon auf die Erweiterung in 2010 ausgelegt – sie fährt dann zur “Schierholzstraße”. An der Bahn und auf den Fahrplänen heißt es derzeit allerdings “Paracelsusweg”.

Ich fand die Regelung, Endhaltestellen nach den Stadtteilen(Zielorten) zu bezeichnen ganz sinnvoll. Ist für die grobe Orientierung einfacher. Bei “Paracelsusweg” hatte ich erst gedacht, dass die Linie jetzt Richtung Langenhagen fährt, denn dort befindet sich die Paracelsusklinik (wieder reingefallen, die liegt gar nicht am Paracelsusweg!).

Anscheinend ist meine Logik nicht kompatibel mit der Üstra-Logik. Da wird mein kleines Gewohnheitstier eben umlernen – oder ab und an mit mir in die falsche Bahn hopsen. So kann man auch neue Ecken in seiner Stadt entdecken.